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Steuern in Europa

Für manche Menschen ist die Steuerbelastung zu hoch, andere wiederum meinen, der Staat brauche noch mehr Einnahmen, damit er ein gutes Leistungsangebot bereitstellen kann. Und bei alldem soll der Staat für soziale Gerechtigkeit sorgen, indem er die Leistungsfähigen stärker an der Finanzierung staatlicher Aufgaben beteiligt und die weniger Leistungsfähigen über Transfers unterstützt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der deutsche Staat dürfte kein Einnahmenproblem haben.
  • Einem Durchschnittsverdiener wird in Deutschland die Hälfte seines erwirtschafteten Einkommens für Lohnsteuer und Sozialversicherung abgezogen.
  • Deutschland greift im internationalen Vergleich stärker in die Einkommensverteilung ein als anderswo.
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Nicht zuletzt muss die Frage erlaubt sein, ob ein Land nicht zu sehr an der Abgabenschraube dreht und am Ende mehr Geld für Soziales ausgibt als für Investitionen in die Zukunft.

Wer über den nationalen Tellerrand hinausblickt, stellt schnell fest, dass der deutsche Staat kein Einnahmeproblem haben dürfte. Einem Durchschnittsverdiener wird die Hälfte seines erwirtschafteten Einkommens – inklusive Arbeitgeberanteil – für Lohnsteuer und Sozialversicherung abgezogen. Besserverdiener zahlen wegen der Steuerprogression noch erheblich mehr. Deutschland greift damit auch vergleichsweise stark in die Einkommensverteilung ein.

Den hohen Steuern und Sozialabgaben stehen wiederum beachtliche staatliche Transfers gegenüber. Sie sorgen letztlich dafür, dass die Gesellschaft weniger auseinanderdriftet. Griechenland, dem immer wieder eine große Kluft zwischen Arm und Reich vorgeworfen wird, gehört in Sachen staatliche Transfers ebenfalls zu den europäischen Ländern mit einer eher egalitären Verteilung der Einkommen – sofern die griechische Statistik stimmt.

Ein Zusammenhang zwischen Abgabenquote und Investitionen lässt sich auf den ersten Blick nirgendwo herstellen. Dort, wo Steuern und Sozialabgaben hoch sind, wird gesamtwirtschaftlich nicht unbedingt weniger in neue Maschinen, den Bau von Werkhallen, Schulen und Krankenhäusern investiert. Allerdings ist unverkennbar, dass der deutsche Staat einen Großteil seiner Einnahmen für soziale Zwecke verwendet – und eben nicht für Investitionen.

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