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Die Treiber des Wachstums

Für das Wachstum und den Wohlstand zählt weniger die Frage, ob eine Volkswirtschaft eher industrielle Produkte oder lieber Dienstleistungen herstellt und anbietet. Entscheidend ist vielmehr, wie sie das macht. Es gilt also, die Kraft der relevanten Einflussgrößen - Treiber des Strukturwandels genannt – zu nutzen. Denn Länder, die in Sachen Globalisierung, Vernetzung und wissensbasierte Innovationen gut aufgestellt sind, wachsen schneller - das belegt der IW-Strukturbericht mit einer umfangreichen empirischen Untersuchung.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Struktur des Wachstum verändert sich
  • Wichtiger als das, was hergestellt wird, ist die Art und Weise, wie es hergestellt wird
  • Wachstumstreiber sind die Globalisierung, die Vernetzung und wissensbasierte Innovationen
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Globalisierung. Die internationale Arbeitsteilung ermöglicht mehr Wettbewerb und schafft so Anreize für eine effizientere Produktion und mehr Innovationen. So zeigt der Strukturbericht, dass zahlreiche Indikatoren der Globalisierung positiv mit dem Wachstum zusammenhängen. Deutschland ist in Sachen Globalisierung gut positioniert, abzulesen ist das unter anderem an dem Offenheitsgrad seiner Wirtschaft. Dieser wird gemessen als Anteil der In- und Exporte am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – und die Offenheit hat, außer in Japan, seit 1995 nirgends so stark zugenommen wie in Deutschland

Vernetzte Produktion. Je besser die Vernetzung von einzelnen Branchen oder ganzen Volkswirtschaften, desto höher das Wirtschaftswachstum. Gemessen wird die Vernetzung an Indikatoren wie dem Anteil der ausländischen Wertschöpfung an den Exporten und dem Anteil der importierten Vorleistungen an den Importen. Unterstützt wird dieser Prozess durch die Digitalisierung. Hier schneidet Deutschland nicht besonders gut ab: Auf einer Skala von 0 bis 100 erreicht die Bundesrepublik derzeit lediglich 59 Punkte und belegt damit international nur einen Platz im Mittelfeld.

Bildung und Innovation. Dass ein Land wie die Bundesrepublik, in dem es außer Kohle praktisch keine Rohstoffe gibt, auf seine Köpfe angewiesen ist, versteht sich von selbst. Zwar wird der Zusammenhang zwischen dem Humankapital einer Volkswirtschaft und deren Wirtschaftswachstum mit zunehmendem BIP kleiner, doch Bildung ist das A und O des Fortschritts und Basis aller Innovationen. Die deutschen Unternehmen wissen das: Ihre Forschungsausgaben sind seit 1995 um fast die Hälfte auf 1,9 Prozent des BIP gestiegen – damit zählt Deutschland zu den Top 5 der 23 untersuchten OECD-Länder.

Institutionelle Rahmenbedingungen. Das IW Köln hat empirisch nachgewiesen, dass eine Verbesserung der staatlichen Rahmenbedingungen – wie Rechtssystem, Infrastruktur oder Regulierung - mit einem höheren Wirtschaftswachstum einhergeht. Deutschland hat sich seit 1995 bei fast allen Indikatoren verbessert und liegt über dem internationalen Durchschnitt der 23 untersuchten OECD-Länder – mit einer Ausnahme: Bei den Kosten – zum Beispiel für Arbeit oder Strom – hat sich Deutschland zwar insofern verbessert, als es sich seit 1995 weiter dem Durchschnitt der 23 Länder annähert. Nach wie vor aber ist die Bundesrepublik ein Hochkostenland.

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