Dossier: Internationale Klimapolitik

In Rio de Janeiro nahm vor 25 Jahren alles seinen Anfang. Damals veranstalteten die Vereinten Nationen den „Erdgipfel“ – die Mutter aller UN-Klimakonferenzen. Unterm Zuckerhut wurde unter anderem die Klimarahmenkonvention beschlossen – das United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) bildet die völkerrechtliche Grundlage der seit 1995 jährlich stattfindenden internationalen Klimaverhandlungen. Der wohl wichtigste Meilenstein der folgenden Klimakonferenzen war 1997 das Kyoto-Protokoll: Darin haben sich Industrienationen wie die EU-Länder, Japan und Australien – nicht jedoch die USA – erstmals auf die verbindliche Reduktion von Treibhausgasen geeinigt. Das Kyoto-Abkommen sollte ursprünglich 2012 auslaufen, auf dem Klimagipfel in Kopenhagen 2009 konnte kein Nachfolgeabkommen geschlossen werden. Stattdessen wurde das Kyoto-Protokoll bis 2020 verlängert. Erst das Pariser Abkommen im Jahr 2015 beendete die Hängepartie der internationalen Klimadiplomatie. Das Besondere: Erstmals wollen sich fast alle Nationen der Erde am internationalen Klimaschutz beteiligen. Das gemeinsame Ziel lautet, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich weniger als 2 Grad gegenüber dem Niveau der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Auf der Klimakonferenz, die im November 2017 in Bonn stattfand, ging es darum, die schönen Worte in konkrete Politik umzusetzen. Unser Klima-Dossier gibt einen Überblick über die internationale Umweltpolitik und ihre aktuellen Herausforderungen.

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Das Klima braucht mehr als eine Pause

Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und den Rückgang von Produktion und Konsum sinken weltweit die Treibhausgasemissionen. Das verschafft dem Klima für den Moment zwar eine Verschnaufpause – nachhaltig ist dieser Effekt allerdings nicht. Ein Blick auf den Stromsektor zeigt, dass langfristige Investitionen erfolgversprechender sind, um die Emissionen dauerhaft zu senken.

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