IW-Konjunkturumfrage Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Die Skepsis der Unternehmen wächst

Von den protektionistischen Bestrebungen der USA über den Brexit bis hin zum Risiko einer neuen Finanzmarktkrise – all dies bereitet den deutschen Unternehmen Sorgen. Sie blicken daher nur noch verhalten optimistisch auf das Jahr 2019.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Konjunktur verliert an Fahrt: Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet für 2019 nur noch mit einem BIP-Wachstum von 1,2 Prozent.
  • Auch die Unternehmen äußern sich in der IW-Konjunkturumfrage zurückhaltender als noch im Frühjahr 2018.
  • Eingetrübt haben sich nicht zuletzt die Exporterwartungen – vor allem weil im Ausland die Nachfrage nach Investitionsgütern zurückgeht.
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Die Produktionsrückgänge aufgrund der Probleme mit einem neuen Prüfverfahren in der Autoindustrie haben das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,2 Pro-zent sinken lassen. Zwar wird es zum Jahresende wieder aufwärtsgehen. Doch der Sondereffekt ist Anlass für das Institut der deutschen Wirtschaft, seine Prognose nach unten zu korrigieren (siehe: „Wirtschaftswachstum im Sinkflug“): Das IW geht nun für 2018 von einem realen Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent aus – 2019 wird das BIP nur noch um 1,2 Prozent zulegen. Dass die Konjunktur an Fahrt verliert, zeichnet sich schon seit Längerem ab; in vielen Teilen der Welt schwächelt die Wirtschaft. Das schlägt sich auch in den Ergebnissen der aktuellen IW-Konjunkturumfrage nieder (Grafik): Knapp 39 Prozent der deutschen Unternehmen gehen für 2019 von einer steigenden Produktion aus, 14 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Erwartungen der Unternehmen zu Produktion, Exporten, Erträgen, Investitionen und Beschäftigung für 2019 Damit überwiegt zwar nach wie vor die Zuversicht. Doch im Frühjahr hatten noch fast 52 Prozent der befragten Firmen optimistisch nach vorn geblickt (siehe: „Konjunkturprognose: Wirtschaft trotzt den Risiken“).

Die deutschen Unternehmen blicken laut der aktuellen IW-Konjunkturumfrage deutlich pessimistischer in die Zukunft als noch im Frühjahr 2018.

Eingetrübt haben sich nicht zuletzt die Exporterwartungen: Nur noch 23 Prozent der Betriebe erwarten für 2019 höhere Ausfuhren – vor allem weil im Ausland die Nachfrage nach Investitionsgütern zurückgeht. Auch in Deutschland zeigen die Auftragseingänge bei den Investitionsgüterherstellern, dass die Bereitschaft, mehr Geld in neue Maschinen und Produktionsanlagen zu stecken, markant nachlässt. Dazu passen die Zahlen der IW-Umfrage: Nur noch 37 Prozent der Unternehmen rechnen für 2019 mit höheren Investitionen. Im Frühjahr hatten 45 Prozent ein Investitionsplus im Visier. Unterm Strich bleibt die Konjunktur zwar stark genug, um den Arbeitsmarkt auf Touren zu halten. Doch die Dynamik lässt nach: Mit knapp 34 Prozent erwarten deutlich weniger Unternehmen einen Beschäftigungsaufbau als im Frühjahr (46 Prozent). Immerhin dürfte die Zahl der Erwerbstätigen 2019 noch um knapp 0,7 Prozent steigen.

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