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Sachsen muss weiter in seine Zukunft investieren

Am 1. September wählen die Bürger des Freistaats einen neuen Landtag. Wenn es nach den sächsischen Unternehmen geht, muss die künftige Regierung in Dresden die Rahmenbedingungen weiter verbessern, damit die Wirtschaft der Region auf Wachstumskurs bleiben kann.

Kernaussagen in Kürze:
  • Sachsen verfügt über eine große Innovationskraft: Im Jahr 2017 kamen rund 38 Prozent aller Patentanmeldungen der ostdeutschen Flächenländer aus dem Freistaat.
  • Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Sachsens stieg zwischen 2010 und 2018 real um 15,8 Prozent – und damit stärker als die deutsche Wirtschaftsleistung insgesamt.
  • Dennoch hat das Bundesland Probleme. So gibt es immer noch weiße Flecken auf der Breitband-Landkarte und das Verkehrsnetz ist ausbaufähig.
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Ein selbstrührender Kochtopf, in dem nichts mehr anbrennen kann, ein Biodünger aus Klee oder Fahrradspeichen aus Textilfasern – dies sind nur drei von elf pfiffigen Innovationen sächsischer Erfinder, über die die „Sächsische Zeitung“ vor Kurzem berichtete. Der Forschergeist zeigt sich aber auch in harten Fakten: Im Jahr 2017 kamen rund 38 Prozent aller Patentanmeldungen der ostdeutschen Flächenländer aus Sachsen. Viele Ideen stammen aus den Industriebranchen, die in Sachsen stark vertreten sind – vom Maschinenbau bis hin zur Mikroelektronik, deren Dresdener Standort unter dem Namen „Silicon Saxony“ bekannt ist. Der Branchenmix dürfte auch das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre maßgeblich mitgetragen haben (Grafik): Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Sachsens stieg zwischen 2010 und 2018 real um 15,8 Prozent – und damit stärker als die deutsche Wirtschaftsleistung insgesamt. Wirtschaftliche Kennzahlen für den Freistaat Sachsen Das Wachstumstempo war jedoch nicht hoch genug, um das BIP je Einwohner auf das bundesweite Durchschnittsniveau zu heben. Und auch die Produktivität – gemessen am BIP je Erwerbstätigen – lag 2018 in Sachsen mit knapp 61.000 Euro noch rund 20 Prozent unter dem Schnitt. Hinzu kommt: Die gute Konjunktur in Sachsen hat von 2010 bis 2018 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwar um knapp 13 Prozent steigen lassen – deutschlandweit gab es aber ein Plus von 17,5 Prozent. Hier macht sich allerdings auch die demografische Entwicklung bemerkbar.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Sachsens stieg zwischen 2010 und 2018 real um 15,8 Prozent – und damit stärker als die deutsche Wirtschaftsleistung insgesamt.

Um die wirtschaftliche Dynamik zu steigern, fordert die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft von der Landesregierung, die öffentlichen Forschungsinstitutionen stärker mit dem regionalen Mittelstand zusammenzubringen. Zudem müssten die weißen Flecken auf der Breitband-Landkarte beseitigt werden. Und auch das Verkehrsnetz entspricht nicht den Vorstellungen der Unternehmen – der Region Südwestsachsen fehlt nach wie vor ein Anschluss an den Schienenfernverkehr und das vor Jahren benannte Ziel der Politik, aus allen Regionen Sachsens müsse in 30 Minuten Fahrzeit eine Autobahn erreichbar sein, ist noch immer nicht umgesetzt. Eine neue Ost-West-Verbindung aus der Lausitz nach Mitteldeutschland wäre diesbezüglich sinnvoll und könnte außerdem den Kohleausstieg kompensieren helfen.

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