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Mehr IT-Azubis in der M+E-Industrie

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den industriellen Metall- und Elektroberufen ist im Jahr 2018 erneut deutlich gestiegen. Vor allem IT-Berufe sind bei Betrieben und bei den jungen Menschen gefragt. Um die angehenden IT-Fachkräfte künftig noch besser auf die digitale Arbeitswelt vorzubereiten, wird an einem zukunftsfähigen Ausbildungskonzept für diese Berufe gearbeitet.

Kernaussagen in Kürze:
  • Exakt 78.127 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in den industriellen M+E-Berufen im Jahr 2018 bedeuten einen Zuwachs von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Besonders beliebt ist die Informations- und Kommunikationstechnik. Die Zahl der neuen Auszubildenden in den technischen IT-Berufen stieg gegenüber 2016/2017 um 13,4 Prozent.
  • Ebenfalls gut lief es bei der zweijährigen Berufsausbildung. Knapp 4.500 junge Menschen haben 2018 eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer begonnen – ein neuer Höchstwert.
Zur detaillierten Fassung

Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie haben im Jahr 2018 rund 110.000 zusätzliche Beschäftigte eingestellt und damit die Vier-Millionen-Marke geknackt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 2,9 Prozent. In den Ausbildungszahlen spiegelt sich die positive Entwicklung der Beschäftigung noch deutlicher wider: Exakt 78.127 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in den industriellen M+E-Berufen bedeuten einen Zuwachs von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen höheren Wert verzeichneten die Betriebe das letzte Mal vor der Finanzkrise 2008. Mit dem starken Anstieg liegen die M+E-Berufe deutlich über dem Durchschnitt von Industrie und Handel. Für 2018 weist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag insgesamt 306.600 neue Verträge aus, was einem Plus von 1,6 Prozent entspricht. Über alle Branchen hinweg lässt sich festhalten, dass die Ausbildung im Aufwind ist. Die Unternehmen in Deutschland haben 2018 insgesamt 527.470 betriebliche Ausbildungsplätze bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, das waren 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Da nicht alle Betriebe ihre freien Ausbildungsplätze offiziell melden, ist die tatsächliche Zahl noch höher. Die Zahl der abgeschlossenen Verträge stieg um 1,8 Prozent auf 516.500.

Viele Ausbildungsplätze unbesetzt

Was bleibt, ist die Herausforderung, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. So waren zum Ende des Ausbildungsjahres 2017/2018 laut Arbeitsagentur 57.700 Ausbildungsstellen unbesetzt, das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 17,7 Prozent. Auf der anderen Seite fanden 24.500 Bewerber keine passende Stelle. Von diesem Problem sind auch die M+E-Betriebe betroffen. Etwa 8.000 Ausbildungsplätze und damit rund 10 Prozent konnten sie nicht besetzen, da es entweder gar keine oder keine passenden Bewerber gab. In nicht wenigen Fällen lebten die Kandidaten zu weit weg vom Arbeitsort und wollten nicht umziehen. Immer wichtiger werden in der Metall- und Elektro-Industrie die Berufe der Informations- und Kommunikationstechnik, also die IT-Berufe (Grafik): Die Zahl der neuen Auszubildenden in den technischen IT-Berufen stieg gegenüber 2016/2017 um 13,4 Prozent. Zahl der neuen Ausbildungsverträge Damit setzte sich der Trend aus den vergangenen Jahren fort: Bereits seit 2015 steigen die Zahlen in den technischen IT-Berufen stärker als die Zahlen in den Metall- und Elektroberufen. Die wachsenden Ausbildungszahlen in den IT-Berufen spiegeln den Bedarf der M+E-Unternehmen an Fachleuten für die Digitalisierung wider. In der Liste der M+E-Berufe mit den meisten Neuverträgen liegt deshalb auch der Fachinformatiker mit gut 13.000 vor dem Industriemechaniker (12.800) und dem Mechatroniker (8.200).

Alle Inhalte der Ausbildung in den Berufen der Informations- und Kommunikationstechnik werden momentan mit Blick auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft.

Um die IT-Ausbildung noch stärker auf die Digitalisierung und die damit verbundene Industrie 4.0 zuzuschneiden, wurden 2018 einige Inhalte in den Ausbildungsordnungen der entsprechenden Berufe ergänzt. Ein Beispiel ist das Thema IT-Sicherheit.

Erneuerungsprozess in der IT-Ausbildung

Die Sozialpartner arbeiten außerdem gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien an einer Neuordnung, die bis 2020 abgeschlossen sein soll. Alle Inhalte der Ausbildung in den Berufen der Informations- und Kommunikationstechnik werden mit Blick auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft. Anschließend werden sie – falls notwendig – geändert oder ergänzt. Inhalte wie vernetzte Produktion oder digitale Geschäftsprozesse könnten ab diesem Zeitpunkt auch formal in die Ausbildung aufgenommen werden. Diesen Erneuerungsprozess haben die Sozialpartner und die zuständigen Ministerien in elf anderen M+E-Berufen bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Zahl der neuen Auszubildenden stieg in diesen Berufen um 4 Prozent. Noch besser lief es in Berufen mit zweijähriger Berufsausbildung (Grafik): Knapp 4.500 junge Menschen haben 2018 eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer begonnen – ein neuer Höchstwert. Zahl der neuen Ausbildungsverträge Im Vergleich zum Vorjahr betrug das Plus 7,1 Prozent. Noch deutlicher fiel der Anstieg mit 10,5 Prozent beim Industrieelektriker aus, auch wenn sich dieser Beruf mit knapp 600 neuen Auszubildenden auf niedrigerem Niveau bewegt. Schwierig bleibt es für die M+E-Industrie, junge Frauen für die technischen Berufe zu begeistern. Trotz Zuwächsen in den vergangenen Jahren liegt der Frauenanteil an den Auszubildenden in den Metall- und Elektroberufen nur bei 8 Prozent.

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