Metall- und Elektro-Industrie Lesezeit 3 Min. Lesezeit 1 Min.

Beschäftigung nähert sich den vier Millionen

Mit fast vier Millionen Beschäftigten sind die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie die wichtigsten industriellen Arbeitgeber in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr haben sie 86.600 Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen. Damit ist die Zahl der M+E-Beschäftigten seit der Finanzkrise 2008/2009 um mehr als 540.000 gestiegen. Die Zahl der befristet Beschäftigten und Zeitarbeitnehmer entwickelte sich dabei rückläufig.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Metall-und-Elektro-Industrie nähert sich der Marke von vier Millionen Beschäftigten. Seit der Finanzkrise stellten die Unternehmen mehr als eine halbe Millionen Menschen zusätzlich ein.
  • Rund 90 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse in der M+E-Industrie sind unbefristete Vollzeitstellen. Teilzeit, Zeitarbeit und befristete Beschäftigung spielen eine untergeordnete Rolle.
  • Der deutliche Beschäftigungsaufbau spiegelt sich auch in den Ausbildungszahlen wider: Allein 2017 wurden in den M+E-Berufen rund 74.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen.
Zur detaillierten Fassung

Die Metall- und Elektro-Industrie mit ihren Schlüsselbranchen Automobil- und Maschinenbau sowie Elektroindustrie stellt seit Jahren fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze in der Industrie und unterstreicht damit ihre große Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Mittlerweile nähert sich die M+E-Industrie der Marke von vier Millionen Beschäftigten (Grafik): Im März 2018 zählte die amtliche Statistik saisonbereinigt genau 3.978.374 M+E-Beschäftigte. Zahl der Beschäftigten in der Metall- und Elektro-Industrie Nachdem die M+E-Betriebe bereits im vergangenen Jahr 86.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich eingestellt haben, ist die Beschäftigung im ersten Quartal 2018 noch einmal um rund 40.300 Stellen gewachsen. Seit der Finanzkrise 2008/2009 haben die M+E-Unternehmen damit mehr als 540.000 Beschäftigte zusätzlich eingestellt. Der dynamische Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre hätte sogar noch deutlich höher ausfallen können, wenn ausreichend Fachkräfte verfügbar gewesen wären. Doch für knapp ein Drittel der M+E-Unternehmen stellt der Fachkräftemangel mittlerweile eine ernst zu nehmende Produktionshinderung dar.

Seit der Finanzkrise 2008 und 2009 haben die M+E-Unternehmen mehr als 540.000 Beschäftigte zusätzlich eingestellt.

Die beschäftigungsstärkste Branche der M+E-Industrie war auch 2017 der Maschinenbau mit gut einer Million Beschäftigten – 1,6 Prozent mehr als 2016. Es folgen die Automobilindustrie mit rund 909.000 Mitarbeitern (plus 1,5 Prozent) und die Elektroindustrie mit fast 719.000 Beschäftigten (plus 2,9 Prozent). Die drei großen M+E-Branchen stellen damit rund 84 Prozent aller M+E-Arbeitsplätze.

Mehr Auszubildende eingestellt

Auszubildende. Der deutliche Beschäftigungsaufbau spiegelt sich auch in den Ausbildungszahlen wider: Insgesamt geben die M+E-Betriebe nun rund 200.000 jungen Leuten eine Zukunftsperspektive in einer prosperierenden Branche. Allein im Jahr 2017 wurden in den M+E-Berufen rund 74.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Ein kleiner Wermutstropfen: Mit einem Anteil von lediglich 8,4 Prozent bleiben weibliche Auszubildende weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Vollzeit. Die große Mehrheit – rund 90 Prozent – der Beschäftigungsverhältnisse in der M+E-Industrie sind unbefristete Vollzeitstellen. Die in der aktuellen politischen Diskussion viel beachteten Beschäftigungsformen Teilzeit, Zeitarbeit und befristete Beschäftigung spielen dagegen eine eher geringe Rolle. Teilzeit. Von den flexiblen Beschäftigungsformen hat die Teilzeit in der M+E-Industrie die größte Bedeutung (Grafik): Im Jahr 2017 waren rund 307.000 der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit angestellt – ein Anteil von 7,9 Prozent an allen M+E-Beschäftigten. Beschäftigungsentwicklung in der Metall- und Elektro-Industrie seit 2008 Die höchste Teilzeitquote hatte die Elektroindustrie mit rund 10 Prozent. Zeitarbeit. Die M+E-Unternehmen mit ihren modernen Produktionsprozessen benötigen flexible Beschäftigungsformen und ein variables Arbeitszeitvolumen. Die Zeitarbeit ist für die Betriebe deshalb besonders wichtig: Im vergangenen Jahr waren rund 187.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Zeitarbeitnehmer im Einsatz –
 das entsprach 4,8 Prozent der M+E-Stammbeschäftigung. Den größten Anteil an Zeitarbeitnehmern hatte zuletzt der Maschinenbau mit 5,3 Prozent. Befristete Beschäftigung. In der M+E-Industrie waren 2017 etwa 140.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befristet angestellt – sie stellten damit rund 3,6 Pro-
zent aller M+E-Beschäftigten. Die höchste Befristungsquote hatten die Hersteller von elektronischen Ausrüstungen mit 6,8 Prozent. Ein Viertel der befristet Beschäftigten sind Frauen – deren Anteil an allen Beschäftigten liegt bei 20 Prozent.

Weniger Befristungen als in der Gesamtwirtschaft

Insgesamt hat sich der Anteil befristet Beschäftigter in der M+E-Industrie seit etwa 2014 nur noch wenig verändert – er schwankt leicht um die Marke von durchschnittlich 4 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft lag der Anteil in den Jahren 2009 bis 2016 bei 7,5 bis 8 Prozent und war damit doppelt so hoch wie in den M+E-Branchen. Wie in den Jahren zuvor waren auch 2017 etwa drei Viertel der befristet Beschäftigten „ohne Sachgrund“ befristet und 15 Prozent „mit Sachgrund“. Damit waren rund 3 Prozent aller M+E-Mitarbeiter sachgrundlos befristet beschäftigt. In der Gesamtwirtschaft betrug diese Quote zuletzt 3,8 Prozent. Im ersten Halbjahr 2017 haben die M+E-Unternehmen 49.960 befristet Beschäftigte neu eingestellt und 28.340 befristet Beschäftigte in unbefristete Verträge übernommen. Im Jahr davor wurden 43.170 befristet Beschäftigte eingestellt, sodass rund zwei Drittel der befristet Beschäftigten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen worden sind. Die Übernahmequote schwankt über die Jahre zwischen 40 und 80 Prozent. Die Analyse der verschiedenen Beschäftigungsformen in den einzelnen M+E-Branchen zeigt eindeutig, dass unbefristete Vollzeitstellen dominieren. Die flexiblen Beschäftigungsinstrumente sind zwar wichtig, spielen aber keine bestimmende Rolle – vor allem nicht in den vergangenen zehn Jahren.

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