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Fachkräftemangel: Die Kleinen trifft’s am meisten

Kleinere und mittlere Unternehmen haben fast doppelt so häufig Probleme, freie Stellen zu besetzen, wie große Firmen. Um dem Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen, sollten deshalb vor allem mittelständische Betriebe die staatlichen Unterstützungsangebote verstärkt wahrnehmen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Kleinere Betriebe haben es schwerer als große Unternehmen, geeignetes Personal zu finden.
  • Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten brechen fast jede dritte Personalsuche erfolglos ab.
  • Der Staat bietet den Unternehmen auf verschiedene Weise Hilfe an. Die kleinen Betriebe sollten diese häufiger in Anspruch nehmen, um so Fachkräfte zu finden.
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Der deutsche Arbeitsmarkt brummt und viele Unternehmen haben Jobs im Angebot – finden aber oft nicht die gewünschten Mitarbeiter. Dies gilt vor allem für kleinere Betriebe (Grafik):

Etwa vier von zehn Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten haben Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen – aber nur gut zwei von zehn großen Firmen. So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland haben Probleme, freie Stellen zu besetzen

Die Gründe für das Rekrutierungsproblem sind allerdings quer durch alle Betriebsgrößenklassen ähnlich. Insgesamt sagen 67 Prozent der Unternehmen, dass es für die freien Arbeitsplätze zu wenige Bewerber gibt. Und da, wo Kandidaten vorstellig werden, verfügen diese nach Meinung von gut der Hälfte der Firmen nicht über die erforderlichen Qualifikationen.

Kleinere Betriebe sollten bei der Suche nach Fachkräften stärker auf Unterstützungsangebote zurückgreifen.

Die Folgen der Besetzungsprobleme sind wiederum für die kleinen Betriebe besonders gravierend:

Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten müssen fast jede dritte Personalsuche erfolglos abbrechen.

In den mittleren Betrieben beträgt diese Quote 8 Prozent, in den großen Firmen nur 3 Prozent. Die Kleinen müssen zudem öfter Kompromisse eingehen, um überhaupt neue Mitarbeiter einstellen zu können. So zahlen 17 Prozent am Ende mehr Gehalt als zunächst beabsichtigt, 13 Prozent nehmen mangelnde Qualifikationen der neuen Beschäftigten hin und 12 Prozent deren Mangel an Erfahrung. Von den großen Unternehmen müssen lediglich 1 bis 5 Prozent solche Abstriche machen.

Staat bietet Unterstützung bei der Personalsuche

Der Staat lässt die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aber mit dem Fachkräftemangel nicht allein. Hilfe finden sie zum Beispiel beim Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (kofa.de) oder im Portal foerderdatenbank.de. So erhält ein Betrieb, der Berufskraftfahrer ausbildet, bis zu 35.000 Euro Zuschuss.

Die KMU sollten diese Angebote allerdings stärker nutzen als bisher. Das gilt auch für die Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit. Noch immer besetzen kleine Betriebe die Hälfte ihrer Stellen über persönliche Kontakte, nur in jedem dritten Fall ist die Arbeitsagentur mit im Boot. Natürlich kann auch sie oft nicht den Wunschmitarbeiter aus dem Hut zaubern. Doch sie übernimmt bis zu 100 Prozent der Kosten für Weiterbildungen, die dazu beitragen, dass ein avisierter Bewerber oder ein neu eingestellter Mitarbeiter die Anforderungen des betreffenden Betriebs besser erfüllen kann.

Der Staat hilft den KMU ebenso, ihre Personalpolitik zu professionalisieren. So werden beispielsweise im Rahmen des Projekts „unternehmensWert:Mensch“ die Kosten für externe Beratungen bis zu einer Höhe von 8.000 Euro übernommen. Damit kann es sich auch ein kleiner Betrieb leisten, das Know-how der Großen zu erwerben.

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