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Die Kluft zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch

In Sachen Stromerzeugung und Stromverbrauch ist Deutschland nach wie vor ein geteiltes Land. Während zum Beispiel Brandenburg und Schleswig-Holstein teilweise mehr als das Doppelte ihres eigenen Bedarfs an Strom produzieren, sind Hessen und Thüringen auf Zulieferungen aus anderen Bundesländern angewiesen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Strombilanz der 16 Bundesländer fällt sehr unterschiedlich aus.
  • Im Norden wird mehr Strom produziert als verbraucht, im Süden ist es umgekehrt.
  • Spitzenreiter Brandenburg hat einen Überschuss von 34.000 Gigawattstunden, Schlusslicht Hessen ein Minus von 21.000 Gigawattstunden.
Zur detaillierten Fassung

Lässt man Hamburg und Berlin sowie das Saarland außen vor, ist die deutsche Strom-Landkarte seit Jahren zweigeteilt: In den nördlichen Bundesländern wird deutlich mehr Strom erzeugt als verbraucht, im Süden ist es umgekehrt (Grafik):

Spitzenreiter Brandenburg hat 2016 rund 34.000 Gigawattstunden mehr Strom produziert als verbraucht – Schlusslicht Hessen musste 2017 fast 21.000 Gigawattstunden Strom zukaufen.

Saldo aus Bruttostromerzeugung und Bruttostromverbrauch in Gigawattstunden

Die Daten für die einzelnen Bundesländer stammen zwar teils aus unterschiedlichen Jahren, dennoch lassen sich einige Besonderheiten beobachten:

Strom exportierende Bundesländer. Während sich die Stromaustauschsalden in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie – nach einem zwischenzeitlichen starken Anstieg – in Schleswig-Holstein seit 2014 kaum verändert haben, hat sich der Stromüberschuss in Niedersachsen binnen drei Jahren auf gut 30.000 Gigawattstunden verdoppelt. Grund dafür ist die höhere Stromerzeugung aus Windkraft – sie ist von 14.000 Gigawattstunden im Jahr 2014 auf annähernd 27.000 Gigawattstunden im Jahr 2017 gestiegen. Damit hat sich der Anteil der Windenergie an der Bruttostromerzeugung in Niedersachsen von rund 19 auf 31 Prozent erhöht.

Im Norden Deutschlands wird mehr Strom produziert als verbraucht – im Süden ist es umgekehrt.

Auch Nordrhein-Westfalen hatte 2017 mit fast 14.000 Gigawattstunden einen Stromüberschuss, allerdings war der im Jahr zuvor noch doppelt so hoch. Ursache dafür ist der starke Rückgang bei der Stromerzeugung aus Steinkohle. Um die Versorgung mit Strom aus den windreichen Bundesländern sicherzustellen, ist NRW dringend auf einen Netzausbau angewiesen.

Strom importierende Bundesländer. In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Hamburg ist der Nettoimport von Strom seit 2014 gesunken – in der Hansestadt sogar um zwei Drittel auf knapp 3.000 Gigawattstunden. Berlin dagegen musste 2016 fast 50 Prozent mehr Strom zukaufen als drei Jahre zuvor.

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