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Scheidungen in der EU

Europa ist vielfältig. Dies gilt auch mit Blick auf die Frage, wie lange es Ehepartner miteinander aushalten – die Scheidungen je 1.000 Einwohner variieren zwischen den EU-Mitgliedsstaaten deutlich. Auch bei den Scheidungen je 100 Hochzeiten gibt es große Unterschiede. Mancherorts werden 2 von 3 Ehen wieder geschieden.

Kernaussagen in Kürze:
  • Deutschland liegt bei der Scheidungsrate genau im EU-Durchschnitt – mit 1,9 Scheidungen je 1.000 Einwohner im Jahr 2017.
  • Besonders oft trennen sich die Einwohner Lettlands und Litauens, hier liegt die Quote bei 3,1.
  • Inselbewohner scheinen mit der Partnerwahl indes auf Dauer glücklicher, denn in Irland und Malta liegt die Scheidungsrate jeweils bei nur 0,7 je 1.000 Einwohner.
Zur detaillierten Fassung

In manchen Dingen ist Deutschland ziemlich durchschnittlich, so auch bei den Scheidungsraten. Da kam die Bundesrepublik im Jahr 2017 – das ist der jüngste verfügbare Wert – auf 1,9 amtlich dokumentierte Trennungen je 1.000 Einwohner. Das entspricht genau dem EU-Durchschnitt des Jahres 2016; eine aktuellere Zahl gibt es auch hier nicht.

Deutlich scheidungsfreudiger sind die Einwohner der beiden baltischen EU-Mitglieder Lettland und Litauen, die jeweils auf mehr als 3 Scheidungen pro 1.000 Einwohner kommen. Demgegenüber führt das Leben auf einer Insel allem Anschein nach zur ehelichen Harmonie: Irland und Malta stehen mit einer Quote von jeweils 0,7 am Ende des europäischen Scheidungsrankings (Grafik):

So viele Scheidungen je 1.000 Einwohner gab es 2018 in diesen EU-Ländern

Deutschland kann sich auf seinem 13. Platz aber zumindest der Tatsache erfreuen, dass die Scheidungsrate hierzulande seit 2009 um fast 20 Prozent von 2,3 auf 1,9 gesunken ist. Nichtsdestotrotz ließen sich in der Bundesrepublik europaweit 2017 rein zahlenmäßig die meisten Paare scheiden – rund 153.500.

Immer mehr Italiener lassen sich scheiden.

Von den großen EU-Mitgliedern ist Spanien mit einer Quote von 2,0 je 1.000 Einwohner das mit den – prozentual betrachtet – meisten Scheidungen. Am längsten halten es die Italiener miteinander aus. Dort beträgt die Quote nur 1,5. Allerdings liegen dunkle Wolken über der Apenninen-Halbinsel: Die Trennungsrate ist dort seit 2009 um fast 70 Prozent gestiegen.

Spitzenreiter bei den Scheidungen je 100 Hochzeiten war im Jahr 2017 Portugal mit 64,2. Sprich: Auf drei feierliche Ja-Worte kamen zwei mehr oder minder friedliche Trennungen. In Deutschland lag dieser Anteil mit 37,7 Prozent deutlich darunter. Aber den Maltesern macht auch in dieser Wertung niemand etwas vor: Auf Malta wurden nur etwas mehr als zehn Ehen pro 100 Hochzeiten geschieden.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Scheidungsstatistik durch Corona verändern wird. Viele Experten rechnen durch Lockdown, Homeoffice, elterliche Ganztagsbetreuung für den Nachwuchs, Homeschooling und steigende Arbeitslosigkeit jedenfalls mit deutlich zunehmenden familiären Problemen. Verlässliche Daten zu den daraus resultierenden Trennungen dürften allerdings erst im nächsten oder übernächsten Jahr vorliegen.

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