Sanktionen Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Russland: Die Folgen der Ächtung

Viele westliche Staaten haben aufgrund des russischen Angriffskriegs Sanktionen gegen Moskau verhängt. Doch nicht nur Regierungen versuchen auf diese Weise, Einfluss auf den politischen Kurs Putins zu nehmen, auch viele ausländische Unternehmen haben sich aus Russland zurückgezogen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Russland vereint mit mehr als 12.000 verhängten Sanktionen aktuell die meisten Zwangsmittel auf sich.
  • Die Mehrheit der Sanktionen zielt auf Einzelpersonen ab, nur etwa 1.500 aller gegen Russland gerichteten Sanktionen betreffen juristische Personen.
  • Auch Unternehmen ziehen sich ganz oder teilweise aus dem russischen Markt zurück. Weltweit haben mehr als 1.000 Firmen ihre Russlandaktivitäten eingeschränkt.
Zur detaillierten Fassung

Lange war der Iran das Land, gegen das die meisten Sanktionen verhängt wurden. Doch seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar 2022 ist das anders (Grafik):

Mit mehr als 12.000 Sanktionen vereint Russland weltweit nunmehr die meisten Zwangsmittel auf sich.

Staaten, gegen die weltweit die meisten Sanktionen von Nationalstaaten und internationalen Organisationen verhängt wurden

Es sind vor allem westliche Staaten, die infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Sanktionen gegen Moskau verhängt haben. Russland gilt seitdem international als isoliert, weiterhin unterstützt wird das Land nur noch von wenigen, nicht westlichen Staaten.

Zwangsmittel wie Sanktionen führen zu dauerhaften wirtschaftlichen Verlusten, wie man anhand der Rückgänge im Außenhandel der sanktionierten Staaten sehen kann.

Die Mehrheit der Sanktionen zielt auf Einzelpersonen ab, nur etwa 1.500 aller gegen Russland gerichteten Sanktionen betreffen juristische Personen. Doch es sind nicht nur Staaten und internationale Organisationen, die mit diesem Druckmittel den politischen Kurs Wladimir Putins verändern möchten, auch Unternehmen ziehen sich ganz oder teilweise aus dem russischen Markt zurück. Forscher der Yale School of Management kommen zu dem Ergebnis, dass weltweit aktuell mehr als 1.000 Firmen ihre Russlandaktivitäten eingeschränkt haben. Zu den deutschen Unternehmen, die sich ganz aus Russland zurückgezogen haben, zählen Aldi, BASF, Evonik und Henkel.

Selbst wenn sich nicht alle Staaten der Welt an Sanktionen gegen ein Land beteiligen, führen Zwangsmittel zu Wohlstandsverlusten. Forscher des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben herausgefunden, dass sowohl die 2014 verhängten Maßnahmen wegen der Krim-Besetzung als auch die 2012 verhängten Sanktionen gegen den Iran spürbar gewirkt haben:

So fielen der Untersuchung zufolge russische Exporte dauerhaft um 36 Prozent niedriger aus, als es vor den Sanktionen der Fall war. Russische Importe gingen um mehr als 30 Prozent zurück.

Im Iran betrug das Exportminus 41 Prozent, die Importe schrumpften sogar um mehr als 80 Prozent. Den sanktionsbedingten dauerhaften Wohlstandsverlust beziffert die Studie für den Iran mit 1,7 Prozent, für Russland mit 1,5 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene