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Lieferengpässe in Deutschland: Plötzlich steht die Produktion still

Die Corona-Pandemie hat zu gravierenden Problemen in den Lieferketten geführt. Viele Betriebe in Deutschland haben zwar volle Auftragsbücher, können aufgrund fehlender Vorleistungen aber nicht genug oder zum Teil gar nicht produzieren. Eine Entspannung der Versorgungsengpässe erwarten die heimischen Unternehmen erst im zweiten Halbjahr 2022.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die heimischen Unternehmen haben Probleme mit ihren Vorleistungsgütern: Unter anderem sind Halbleiter, diverse Metalle, Chemikalien und Holz derzeit Mangelware.
  • Für das vierte Quartal 2021 gehen drei Viertel der Unternehmen in Deutschland von Produktionsausfällen infolge von Lieferengpässen aus, für das erste Halbjahr 2022 befürchten dies sogar 80 Prozent.
  • Mit einer Entspannung dieser Situation rechnen die heimischen Unternehmen erst im zweiten Halbjahr 2022.
Zur detaillierten Fassung

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die die Produktion ausbremsen: Wenn fehlende Kunststofffenster für den neuen Wohnwagen dafür sorgen, dass der Auslieferungstermin um sechs Wochen verschoben wird. Oder wenn die Baustelle monatelang still liegt, weil der Dachdecker kein Holz mehr zum vereinbarten Preis beziehen kann. Nicht nur Halbleiter, diverse Metalle und Chemikalien sind Mangelware, selbst so profane Dinge wie Hundeleinen sind derzeit knapp, weil Corona zu temporären Produktionsausfällen und gestörten Lieferketten geführt hat.

Von gestörten Produktionsprozessen gehen viele Betriebe in Deutschland auch noch im kommenden Jahr sowie im Jahr 2023 aus.

Wie groß das Ausmaß der aktuellen und erwarteten Produktionsausfälle der deutschen Wirtschaft ist, hat das IW im Herbst 2021 im Rahmen seiner Konjunkturumfrage bei mehr als 2.800 Unternehmen ermittelt (Grafik).

So konstatieren für das vierte Quartal 2021 drei Viertel der Unternehmen Produktionsausfälle infolge fehlender Vorleistungen.

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland gehen aufgrund von Lieferengpässen von Produktionsbeeinträchtigungen im Ausmaß von ... aus

Von gestörten Produktionsprozessen gehen die Betriebe auch noch im kommenden Jahr sowie im Jahr 2023 aus. Im ersten Halbjahr 2022 befürchten knapp 80 Prozent der hiesigen Unternehmen, dass es aufgrund von Lieferengpässen zu Produktionsausfällen kommt. Für die zweite Jahreshälfte 2022 rechnen immerhin noch 70 Prozent der Unternehmen damit und für 2023 geht fast die Hälfte der Betriebe von weiterhin bestehenden Problemen in der Produktion aus.

Gesamtwirtschaftliche Produktionsausfälle verringern sich bis 2023

Befragt wurden Unternehmen der Industrie und der Bauwirtschaft sowie privatwirtschaftliche Dienstleister. Aus deren Einschätzungen ergibt sich für das vierte Quartal 2021 eine Produktionslücke von 7 Prozent. Die gesamtwirtschaftlichen Produktionsausfälle dürften sich im ersten Halbjahr 2022 ebenfalls auf etwa 7 Prozent und im zweiten Halbjahr auf knapp 5 Prozent belaufen. Im Jahr 2023 wird die Produktion aller Voraussicht nach noch um 3 Prozent geringer ausfallen, als sie es ohne Vorleistungs- und Produktionsstörungen täte.

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