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In welchem Land ist der Mindestlohn am höchsten?

In den meisten EU-Ländern existieren verbindliche Lohnuntergrenzen. Den höchsten Mindestlohn gibt es in Luxemburg, am niedrigsten ist der Betrag in Bulgarien. Im bevorstehenden Europawahlkampf dürfte die Einführung eines EU-weiten Mindestlohns eine größere Rolle spielen.

Kernaussagen in Kürze:
  • In 22 von 28 EU-Staaten gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn: Am höchsten war er 2018 in Luxemburg, Deutschland lag gemeinsam mit Frankreich auf Platz fünf.
  • In diesem Jahr wurde die gesetzliche Lohnuntergrenze in Deutschland auf 9,19 Euro je Stunde erhöht. Dies ergibt bei Vollzeittätigkeit ein monatliches Bruttoeinkommen von 1.552 Euro.
  • Im bevorstehenden Europawahlkampf wird wohl auch die Einführung eines EU-weiten Mindestlohns zum Thema werden.
Zur detaillierten Fassung

In 22 der 28 EU-Staaten gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn. In Deutschland wurde der Mindestlohn vor vier Jahren eingeführt, 2018 kam man damit bei einer Vollzeitstelle auf knapp 1.500 Euro brutto im Monat. Genauso viel verdiente ein Mindestlohnbezieher in Frankreich, nur in vier EU-Ländern gab es mehr (Grafik):

Im Jahr 2018 hatten nur Luxemburg, Irland, die Niederlande und Belgien ihren gesetzlichen Mindestlohn höher angesetzt als Deutschland.

Monatlicher Brutto-Mindestlohn bei Vollzeittätigkeit 2018 im EU-Vergleich

Doch seit Anfang dieses Jahres ist Bewegung in das Gefüge gekommen: Seit Januar beträgt der hiesige Mindestlohn 9,19 Euro je Stunde, dadurch erhöht sich das entsprechende Monatssalär auf 1.552 Euro. Auch in Spanien und Frankreich ist der Mindestlohn zum Jahreswechsel angehoben worden, in Spanien auf 900 Euro monatlich, in Frankreich auf annähernd 1.600 Euro im Monat.

Nur in vier EU-Staaten war der gesetzliche Mindestlohn im Jahr 2018 höher als in Deutschland.

Die Frage, welche Mindestlohnhöhe adäquat ist, beantworten die einzelnen Länder also ganz unterschiedlich. Im bevorstehenden Europawahlkampf wird es zu diesem Thema wohl wieder eine Grundsatzdiskussion geben. Denn einige Spitzenkandidaten plädieren für die Einführung eines EU-weiten Mindestlohns. Sollte dieses Vorhaben scheitern, wird die Einführung von einheitlichen Lohnuntergrenzen in der EU spätestens im zweiten Halbjahr 2020 wieder auf der Agenda stehen: So hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erst vor wenigen Tagen eine Initiative für einen europäischen Mindestlohn während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft angekündigt.

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