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Geschäftsmodell Klimaschutz

Der Klimaschutz steht seit einigen Jahren verstärkt im Fokus der Politik. Davon profitieren auch die Unternehmen in Deutschland. Mit ihren Klimaschutzgütern erzielen sie Milliardenumsätze – und das nicht nur im Inland. Auch jenseits der Landesgrenzen sind die Produkte und Dienstleistungen made in Germany gefragt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der internationale Klimaschutz kostet die Unternehmen nicht nur Geld, sondern sie können auch welches damit verdienen: In Deutschland betrug der Umsatz mit Klimaschutzgütern 2016 gut 46 Milliarden Euro.
  • Das Auslandsgeschäft lief besonders mit Produkten aus den Bereichen industrielle Energieeffizienz und Windkraft gut.
  • Wenn die Preise für CO2-Zertifikate im europäischen Emissionshandel künftig weiter steigen, bietet dies Investitionsanreize und steigert die Umsatzchancen der hiesigen Unternehmen.
Zur detaillierten Fassung

Auf der Klimakonferenz 2015 in Paris haben sich fast alle Staaten der Welt gemeinsam das Ziel gesetzt, die Erderwärmung durch menschlichen Einfluss auf weniger als 2 Grad Celsius zu begrenzen. Mit ihrer Innovationsstärke und ihren Investitionsmöglichkeiten kann die Wirtschaft einen großen Beitrag leisten, diese Vorgabe zu erreichen. Gleichzeitig lässt sich für Unternehmen mit dem Klimaschutz auch Geld verdienen (Grafik): In Deutschland lag der Umsatz mit Klimaschutzgütern im Jahr 2016 bei mehr als 46 Milliarden Euro. Umsatz deutscher Unternehmen mit Klimaschutzgütern im Jahr 2016 Den Löwenanteil verbuchte die klassische Industrie. Knapp 40 der 46 Milliarden Euro wurden im Verarbeitenden Gewerbe umgesetzt, gut die Hälfte davon allein im Maschinenbau. Mit rund 18 Milliarden Euro erwirtschafteten die deutschen Unternehmen im Jahr 2016 fast 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Besonders gefragt waren Produkte in den Bereichen Windenergie und industrielle Energieeffizienz.

Im Ausland waren Produkte aus den Bereichen Windenergie und industrielle Energieeffizienz besonders gefragt.

Die Windenergie ist auch insgesamt das umsatzstärkste Klimaschutzgut: Jeder dritte Euro der deutschen Klimaschutzwirtschaft wird mit Windkraft an Land erzielt. An zweiter Stelle stehen mit 10 Milliarden Euro Umsatz Produkte zur Steigerung der industriellen Energieeffizienz, zum Beispiel energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechniken; es folgen Energieeffizienzmaßnahmen für Gebäude mit 7 Milliarden Euro. In Deutschland setzen die Betriebe vor allem auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Dies ist auch eine Folge der politischen Agenda der vergangenen Jahre: Der Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienzprogramme standen im Fokus der Politik und wurden entsprechend subventioniert. Die Bundesregierung wird auch in Zukunft großen Einfluss auf das Handeln der Unternehmen haben, denn sie setzt beim Klimaschutz die Rahmenbedingungen, an denen sich die Wirtschaft orientieren muss. Dies lässt sich gut am Beispiel des CO2-Zertifikatehandels erkennen. Er soll einen marktwirtschaftlichen Anreiz bieten, technische Innovationen einzuführen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Allerdings war der Kauf von Emissionsrechten lange Zeit so günstig, dass nur geringe Investitionsanreize gesetzt wurden. Die zuletzt steigenden Preise könnten die Investitionen in CO2-Vermeidung jedoch deutlich stärken und zu einem höheren Umsatz mit Produkten zur CO2-Vermeidung führen – und das über einen marktbasierten Ansatz frei von politischen Subventionen.

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