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Flüchtlinge: Willkommen im Job

Immer mehr Menschen, die in den vergangenen Jahren in Deutschland Zuflucht gesucht haben, schaffen den Sprung in den Arbeitsmarkt. Dies ist auch professioneller Unterstützung zu verdanken – zum Beispiel durch das Projekt Willkommenslotsen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im November 2018 waren in Deutschland rund 380.000 Menschen aus den Hauptasylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt – fast 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  • In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Strukturen etabliert, die Unternehmen bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen unterstützen – zum Beispiel das Projekt Willkommenslotsen.
  • Durch die Vermittlung der 170 Willkommenslotsen konnten im Jahr 2018 knapp 10.000 Flüchtlinge eine Beschäftigung aufnehmen.
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Seit 2015 haben weit mehr als eine Million Menschen in Deutschland Asyl beantragt – und viele von ihnen werden wohl auch langfristig in Deutschland bleiben. Eine der größten Herausforderungen für die Bundesrepublik ist es daher, die Zuwanderer in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Letzteres gelingt auf jeden Fall in zunehmendem Maße, wie aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Im November 2018 waren rund 380.000 Menschen aus den Hauptasylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt – fast 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zwar üben viele Flüchtlinge nur eine Helfertätigkeit aus – Ende Juni 2018 betrug ihr Anteil an allen beschäftigten Flüchtlingen knapp 50 Prozent. Immer häufiger sind sie aber auch auf den höheren Qualifikationsstufen vertreten. Zum Beispiel ist die Zahl der als Fachkraft beschäftigten Flüchtlinge allein von Juni 2017 bis Juni 2018 um fast 54 Prozent gestiegen, auf Expertenniveau betrug das Plus immerhin gut 27 Prozent.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Flüchtlinge war im November 2018 fast 40 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Gerade für junge Flüchtlinge werden die Aussichten auf eine gesicherte Existenz immer besser: Ende September 2018 haben rund 14.000 von ihnen eine Berufsausbildung begonnen, im vorangegangenen Ausbildungsjahr waren es nur 9.500 (siehe „Mehr Flüchtlinge in der Ausbildung“). Zu den Gründen für diesen positiven Trend zählt, dass sich die Sprachkenntnisse der Zuwanderer verbessert haben und immer mehr von ihnen erfolgreich Integrationsmaßnahmen wie berufsvorbereitende Praktika absolviert haben.

Erfolgsprojekt Willkommenslotsen

Zudem wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Strukturen etabliert, die Unternehmen bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen unterstützen – zum Beispiel das Projekt Willkommenslotsen (Kasten und Grafik): Im Jahr 2018 konnten knapp 10.000 Flüchtlinge durch die Vermittlung der Willkommenslotsen eine Beschäftigung aufnehmen – rund ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. So viele Flüchtlinge in Deutschland konnten durch die Vermittlungsaktivitäten der Willkommenslotsen diese Beschäftigung aufnehmen Besonders erfreulich ist, dass die Flüchtlinge mithilfe der Willkommenslotsen viel öfter in eine reguläre Ausbildung oder auf einen regulären Arbeitsplatz vermittelt werden konnten: Die Zahl dieser Beschäftigungsverhältnisse stieg zuletzt um fast 50 Prozent auf mehr als 4.000. Die Zahl der von den Willkommenslotsen vermittelten Praktika, die den Flüchtlingen lediglich einen guten ersten Einblick in den Berufsalltag in Deutschland bieten können, blieb dagegen mit rund 3.700 annähernd konstant.

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