IW-Verbandsumfrage Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Corona-Krise: Wirtschaft erholt sich nur langsam

In fast allen Branchen der deutschen Wirtschaft ist die Produktion infolge der Corona-Pandemie drastisch eingebrochen. Viele Verbände rechnen zwar für das Jahr 2021 mit einer Erholung – doch längst nicht alle erwarten eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Corona-Krise hat sowohl die Industrie als auch den Dienstleistungssektor hart getroffen.
  • Mehr als die Hälfte der vom IW befragten Verbände geht davon aus, dass die Produktion in ihren Unternehmen im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mindestens 20 Prozent zurückgegangen ist.
  • Die meisten Verbände rechnen ab dem dritten Quartal mit einer Erholung, die sich 2021 fortsetzt - allerdings nur, wenn es keine neuen Infektionswellen gibt.
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Die Zahlen sind erschreckend: Im März 2020 unterschritt die Produktion in der deutschen Industrie das Niveau vom Februar um 11 Prozent, im April ging es sogar um weitere 22 Prozent abwärts. Damit war der Einbruch allein in diesen beiden Monaten schon tiefer als während der gesamten Finanzkrise von 2008/2009.

So viel Prozent der 31 befragten Wirtschaftsverbände schätzen, dass sich die Produktion in ihren Mitgliedsunternehmen im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum in diesem Maße verändert hat Anders als in früheren Konjunkturkrisen, hat die Corona-Pandemie und der damit einhergegangene Lockdown auch weite Teile des Dienstleistungssektors getroffen. Dies zeigen auch die Ergebnisse der aktuellen, außerordentlichen IW-Verbandsumfrage (Grafik):

Von den 31 befragten Wirtschaftsverbänden gehen 16 davon aus, dass die Produktion in ihren Unternehmen im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mindestens 20 Prozent zurückgegangen ist – 5 Verbände rechnen sogar mit einem Minus von mindestens 50 Prozent.

Zu den am stärksten betroffenen Branchen gehören sowohl Bereiche des Verarbeitenden Gewerbes wie die Automobilindustrie als auch Dienstleister wie das Hotel- und Gaststättengewerbe. Auch in der zweiten Jahreshälfte wird die Produktion aus heutiger Sicht in vielen Wirtschaftssparten unter dem Vorjahresniveau liegen. Viele Verbände rechnen zwar mit einer Erholung ab dem dritten Quartal, diese fällt jedoch längst nicht überall deutlich aus. Erhebliche Einbußen gegenüber dem Vorjahr erwarten zum Beispiel das Hotel- und Gastgewerbe sowie Teile der Metallindustrie.

5 der 31 vom IW befragten Verbände rechnen für ihre Unternehmen im zweiten Quartal 2020 mit einem Produktionsrückgang von mehr als 50 Prozent.

Diejenigen Verbände, die bereits einen Ausblick auf 2021 wagen, halten zum großen Teil ein kräftiges Wachstum gegenüber 2020 für wahrscheinlich. Dieses dürfte aber oft nicht ausreichen, um auf das Niveau von vor der Corona-Krise zurückzukehren. Ohnehin steht die Erholung unter dem Vorbehalt, dass es nicht rund um den Globus zu zweiten Infektionswellen kommt, die mit neuerlichen, großräumigen Lockdown-Maßnahmen verbunden wären.

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