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Regenerative Energien in der EU: Die Vorreiter

Deutschland hat zwar die Energiewende erfunden, doch in der Europäischen Union sind 16 andere Länder schon viel weiter auf dem Weg zu grünen Energien. In Schweden beispielsweise wird bereits mehr als die Hälfte der dort genutzten Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Auch viele osteuropäische Staaten erzielen bessere Werte als die Bundesrepublik.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Schweden wird der Energieverbrauch bereits zu fast 55 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt – dies ist der höchste Anteil in der Europäischen Union.
  • Die Zielmarke für die gesamte EU sind 20 Prozent bis 2020 und 32 Prozent bis 2030. Erreicht war 2017 ein Anteil von 17,5 Prozent.
  • Relativ weit fortgeschritten sind neben den skandinavischen auch einige osteuropäische Länder. Deutschland dagegen belegt mit gut 15 Prozent nur Platz 17 im Grüne-Energien-Ranking der EU.
Zur detaillierten Fassung

Um den Klimawandel zu bremsen, soll in der EU der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 auf 20 Prozent und bis 2030 auf mindestens 32 Prozent steigen. Im Jahr 2017 betrug der Anteil der Erneuerbaren EU-weit 17,5 Prozent. Allerdings sind die einzelnen Mitgliedsstaaten auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit unterschiedlich weit fortgeschritten (Grafik): In Schweden stammt schon mehr als die Hälfte der verbrauchten Energie aus Sonne, Wind und Wasser, sodass das Ziel der Skandinavier realistisch scheint, bis 2040 die komplette Energieproduktion auf Erneuerbare umzustellen. Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch in den EU-Ländern 2017 Doch nicht nur die Skandinavier, auch viele osteuropäische Länder sind im Grüne-Energien-Ranking recht weit vorn. Das hat zwei Gründe: Zum einen sind mit dem Zusammenbruch des Sozialismus auch viele umweltbelastende Industrien untergegangen. Zum anderen kann beispielsweise Rumänien noch eine stattliche Anzahl von Stauseen und anderen Infrastrukturprojekten aus den 1950er und 1960er nutzen. Diese ermöglichen es den Rumänen, 25 Prozent ihres Energiebedarfs mithilfe von erneuerbaren Energien – vor allem aus Wasserkraft – zu decken. Ob es allerdings zu einem weiteren Ausbau umweltfreundlicher Technologien kommt, ist fraglich: Die rumänische Regierung will nämlich neue Kohlekraftwerke bauen.

Reiche EU-Länder sind nicht automatisch ökologische Vorreiter.

Reiche EU-Länder sind indes nicht automatisch ökologische Vorreiter. In Luxemburg und den Niederlanden haben die erneuerbaren Energien nur einen Anteil von jeweils 6 bis 7 Prozent. Deutschland, das sich die Energiewende immerhin schon in den 1990er Jahren auf die Fahnen geschrieben hat, erreicht mit gut 15 Prozent lediglich Platz 17 im EU-Ranking.

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