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Kinder hocken zu lang vor dem Bildschirm

Viele Kinder verbringen viel zu viel Zeit vor dem Fernseher oder dem PC. Vor allem in bildungsfernen Familien ist überlanger Medienkonsum Alltag. Eltern sollten die Bildschirmnutzung ihres Nachwuchses aber nicht nur zeitlich begrenzen, sondern auch darauf achten, was gesehen und gespielt wird.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Zahl der medialen Angebote und Verbreitungskanäle hat sich für Kinder in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verändert. Entsprechend hoch ist die Mediennutzung bereits bei Zehnjährigen.
  • Vor allem in bildungsfernen Familien ist überlange Mediennutzung weit verbreitet. Knapp 9 Prozent der Kinder, deren Mütter keinen Berufsabschluss haben, verbringen mit Computer- und Videospielen mehr als vier Stunden täglich.
  • Da vielen Eltern die möglichen Folgen eines hohen Medienkonsums auf die körperliche und geistige Entwicklung des Nachwuchses nicht bewusst sind, sollten sie in puncto Medienerziehung gezielt geschult werden.
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Kaum zu glauben, dass Pippi Langstrumpf mal als anarchisch galt. In Zeiten von Teenage Mutant Ninja Turtles und Fack ju Göhte wirkt das stärkste Mädchen der Welt fast ein wenig bieder. Doch im Lauf der Jahrzehnte haben sich nicht nur die Kinderhelden dramatisch verändert, sondern auch die Zahl der medialen Angebote und Verbreitungskanäle: Filme und Serien werden längst nicht nur im Fernsehen verfolgt, sondern auch an PCs, Tablets und auf Handys. Und wer selbst auf Netflix oder Amazon Prime nicht fündig wird, kann sich mit einer Vielzahl an Computer- und Videospielen die Zeit vertreiben. Schon Zehnjährige machen vom reichen Bildschirmangebot regen Gebrauch (Grafik): Die Hälfte der Viertklässler konsumiert täglich bis zu zwei Stunden elektronische Medien, ein Viertel zwei bis vier Stunden und 17 Prozent verbringen sogar mehr als vier Stunden am Tag damit. Tägliche Mediennutzung von Viertklässlern, deren Müttern keinen, einen beruflichen oder einen Hochschulabschluss haben, im Jahr 2016 Vor allem in bildungsfernen Familien ist überlange Mediennutzung weitverbreitet. Während 78 Prozent der Kinder von Akademikermüttern angeben, dass ihre Eltern sehr darauf achten, wie viel Zeit sie vor dem Fernseher und am Computer verbringen, tun dies von den Kindern mit Müttern ohne berufsqualifizierenden Abschluss nur 66 Prozent. Diese Laisser-faire-Haltung hat Konsequenzen: Viertklässler aus bildungsfernen Familien gehören dreimal so häufig zu den überlangen Medienkonsumenten wie ihre Alterskameraden mit Akademikermüttern. Knapp 9 Prozent der Kinder, deren Mütter keinen Berufsabschluss haben, verbringen sogar allein mit Computer- und Videospielen mehr als vier Stunden täglich.

Mütter und Väter sollten gezielt geschult werden, um die Vor- und Nachteile von Mediennutzung für ihre Kinder einschätzen zu können.

Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung ist es zwar wichtig, den Umgang mit modernen Medien früh zu üben. Doch stundenlanges Fernsehen und Videospielen über einen längeren Zeitraum kann sich negativ auf die Entwicklung auswirken. Zu den häufigsten Folgen gehören krankhaftes Übergewicht, Augenbeschwerden, Schlafstörungen, ein aggressiveres Sozialverhalten sowie sprachliche und schulische Entwicklungsdefizite. Da vielen Müttern und Vätern die möglichen Folgen eines hohen Medienkonsums auf die körperliche und geistige Entwicklung des Nachwuchses nicht bewusst sind, sollten Eltern in puncto Medienerziehung gezielt geschult werden. Solche Schulungen könnten im Rahmen von Elternabenden in den Kindergärten und an den Schulen angeboten werden. Wichtig wäre dabei, dass neben den Risiken auch die Chancen einer altersgerechten Mediennutzung thematisiert werden und dass den Eltern aufgezeigt wird, wie sie ihre Kinder bei der Aneignung digitaler Kompetenzen sinnvoll begleiten können.

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