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Digitalisierung: Daten sind das neue Öl

Unternehmen mit datengetriebenen Geschäftsmodellen wie Facebook oder Alphabet zählen zu den wertvollsten weltweit. Die Daten, die diese Firmen sammeln, haben mittlerweile ein Volumen erreicht, das sich spürbar auf das Bruttoinlandsprodukt auswirken kann. In Europa ist dieser Effekt in Großbritannien besonders groß.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die International Data Corporation hat erstmals das Volumen des Datenhandels untersucht: Im internationalen Vergleich dominieren die USA mit gehandelten Daten im Wert von fast 130 Milliarden Euro.
  • In der EU ist Großbritannien mit einem Handel mit datenbasierten Waren und Dienstleistungen von gut 13 Milliarden Euro die Nummer eins vor Deutschland mit etwas weniger als 13 Milliarden Euro.
  • Der Datenhandel hat inzwischen einen spürbaren Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt – in Deutschland betrug dieser Effekt 2016 fast 2,5 Prozent.
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„Womit verdient Facebook eigentlich Geld?“ Das war eine der Fragen, die Firmenchef Mark Zuckerberg den US-Senatoren bei einer Anhörung, die wegen der Cambridge-Analytica-Affäre stattfand, beantworten sollte. Zuckerbergs lapidare Antwort: mit Werbung. Auf der Basis der Nutzerdaten ist Facebook in der komfortablen Lage, Zielgruppen direkt ansprechen zu können – und somit entsprechend hohe Werbeeinnahmen zu generieren. Wie wertvoll die Daten der Nutzer sind, wird an der Marktkapitalisierung von Facebook deutlich: aktuell rund 383 Milliarden Euro. Weil die Digitalisierung voranschreitet, werden Daten aber auch für die Gesamtwirtschaft immer wichtiger – Stichwort Industrie 4.0. Daten werden deshalb längst als das neue Öl bezeichnet, wobei der Vergleich nicht ganz zutrifft, da Daten nicht verbraucht werden. Im Gegenteil: Sie haben den entscheidenden Vorteil, mehreren Zwecken gleichzeitig dienen zu können. Aufgrund der Masse und der Verwendungsmöglichkeiten hat sich bereits ein Markt für Daten gebildet. Die International Data Corporation hat diesen Markt nun in einer Studie für die EU-Kommission untersucht und kommt für die Europäische Union zu folgenden Erkenntnissen (Grafik): Das Vereinigte Königreich hat mit rund 13 Milliarden Euro das größte Handelsvolumen mit Daten innerhalb der EU. Handelsvolumen mit Waren und Dienstleistungen, die auf Daten und Informationen basieren, im Jahr 2016 im internationalen Vergleich International dominieren jedoch die USA, wo Google, Microsoft und viele andere Internetkonzerne ihren Sitz haben. In den Vereinigten Staaten belief sich der Wert des Datenmarktes 2016 auf annähernd 130 Milliarden Euro, das war das Zehnfache des deutschen Marktes. Da diese Zahlen jedoch nicht den Datenaustausch innerhalb einzelner Unternehmen abbilden, dürfte das tatsächliche Handelsvolumen noch weitaus höher sein.

In den USA war der Wert des Datenmarktes 2016 zehnmal so hoch wie in Deutschland.

Darüber hinaus haben Daten mittlerweile einen spürbaren Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Länder. Und dieser ist deutlich größer, als es das Marktvolumen vermuten lässt. Denn zum direkten Effekt durch die Tätigkeit der Datenunternehmen kommen noch indirekte und induzierte Effekte. Indirekte Effekte entstehen einerseits bei Zulieferern, da dort Waren und Dienstleistungen nachgefragt werden; andererseits auch bei Datenkäufern, die damit beispielsweise neue Produkte und Dienstleistungen anbieten können. Induzierte Effekte entstehen, wenn etwa die Angestellten von Datenunternehmen ihr Gehalt ausgeben. Innerhalb der EU erzeugt der Datenmarkt den größten BIP-Effekt wiederum im Vereinigten Königreich, gefolgt von Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Österreich und Irland. Da für Brasilien, Japan und die USA nicht alle Auswirkungen des Datenmarktes auf das Wirtschaftswachstum erfasst werden, lassen sich die Werte für diese Länder nicht mit den EU-Werten vergleichen.

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