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Verbrauchervertrauen: Die Stimmung der Verbraucher steigt

Nach dem coronabedingten Absturz im Jahr 2020 ist das Vertrauen der Verbraucher in Deutschland in jüngster Zeit wieder deutlich gewachsen. Die eigene Finanzlage schätzen die Konsumenten sogar als besser ein als vor der Pandemie.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Konsumenten in Deutschland sind wieder zuversichtlicher – auf einer Skala von 0 bis 200 stieg das Verbrauchervertrauen im zweiten Quartal 2021 um neun Punkte auf 106 und damit auf den höchsten Wert seit Mitte 2018.
  • Die meisten Verbraucher sehen wieder bessere Beschäftigungsperspektiven, stehen finanziell gut da und sind auch wieder eher bereit, neue Konsumgüter anzuschaffen.
  • Auf der Angebotsseite gibt es allerdings weiterhin Beschränkungen und der weitere Pandemieverlauf bleibt schwierig zu prognostizieren.
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Gastronomie, Kultureinrichtungen, Einzelhandel – alles war im vergangenen Jahr zumindest zeitweise geschlossen, um die Pandemie zu bekämpfen. Die Folge: In Deutschland gingen nahezu 150 Milliarden Euro an Konsumausgaben verloren, im ersten Quartal des laufenden Jahres waren es nochmals rund 50 Milliarden Euro.

Weil sich die Corona-Lage in Deutschland aber seither verbessert hat und Restriktionen gelockert wurden, hat sich auch die Stimmung der Konsumenten aufgehellt. Dies zeigt der gemeinsam vom Unternehmens- und Forschungsverbund The Conference Board (TCB) und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlichte Verbrauchervertrauensindex (Grafik):

Verbrauchervertrauen in Punkten auf einer Skala von 0 (schlecht) bis 200 (exzellent)

Auf einer Skala von 0 bis 200 stieg das Verbrauchervertrauen in Deutschland im zweiten Quartal 2021 um neun Punkte auf 106 – das war der höchste Wert seit Mitte 2018.

Dabei zeigen alle Komponenten des TCB-IW-Verbrauchervertrauens einen Aufwärtstrend:

  • Die meisten Verbraucher sind hinsichtlich ihrer Beschäftigungsperspektiven wieder zuversichtlich. Im zweiten Quartal 2021 berichteten 49 Prozent von guten Jobaussichten, 44 Prozent waren eher pessimistisch. Im vorangegangenen Quartal waren die Skeptiker noch in der Mehrzahl.
  • Die Konsumenten stehen finanziell überwiegend gut da. Der Anteil jener, die mit ihrer Finanzlage zufrieden oder sogar sehr zufrieden sind, überstieg den Anteil derjenigen mit einer negativen Einschätzung zuletzt um fast 30 Prozentpunkte. Damit wurde sogar der Höchstwert aus dem Frühjahr 2018 übertroffen.
  • Die Kaufneigung nimmt zu. Danach gefragt, ob die Zeit für neue Anschaffungen derzeit gut sei, fällt die Antwort der Verbraucher aktuell wieder mehrheitlich positiv aus. Ob der pandemiebedingt ausgefallene Konsum nachgeholt wird, ist jedoch zu bezweifeln. So wollen 46 Prozent der Befragten freie finanzielle Mittel weiterhin sparen – vor der Corona-Krise lag dieser Wert durchgängig unter 30 Prozent.

Unsicherheit bleibt

Unterm Strich stehen die Zeichen für eine steigende Konsumnachfrage also recht gut. Allerdings gibt es auf der Angebotsseite weiterhin Beschränkungen – etwa, weil Firmen nicht mit voller Kapazität produzieren können und Kulturveranstaltungen noch immer nur mit begrenzter Teilnehmerzahl oder überhaupt nicht stattfinden. Prognosen für die folgenden Quartale sind zudem schwierig, weil der weitere Pandemieverlauf – Stichwort: Virusmutationen – nur schwer abzusehen ist.

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