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Die Datenwolke wird größer

Weltweit nimmt der Datenverkehr rasant zu. Damit geht ein stark wachsender Umsatz mit Cloud-Lösungen einher. Die Cloud eignet sich zwar auch für Privatpersonen, bietet aber insbesondere Unternehmen zahlreiche Vorteile. Die Mehrheit der Firmen in Deutschland hat dies bereits erkannt und nutzt die Technologie.

Kernaussagen in Kürze:
  • Cloud-Lösungen werden immer beliebter. Im Jahr 2017 wurden nach Schätzungen der Firma Cisco Systems weltweit gut 5.600 Exabyte an Datenvolumen mit der Cloud ausgetauscht. Bis 2021 soll das Datenvolumen auf mehr als 14.000 Exabyte steigen.
  • Generell stehen den Nutzern von Cloud-Lösungen zwei Varianten zur Verfügung: die Private Cloud und die Public Cloud. Deutsche Unternehmen setzen aufgrund von Sicherheits- und Datenschutzbedenken häufiger auf das Modell der Private Cloud.
  • Nur mit zuverlässiger und schneller Internetverbindung lässt sich die Cloud sinnvoll nutzen. Ein flächendeckender Breitbandausbau in Deutschland ist daher von großer Bedeutung.
Zur detaillierten Fassung

Den Speicher des Smartphones oder Laptops freihalten und gleichzeitig alle Daten gegen den Verlust durch Defekt oder Diebstahl des Geräts sichern – mithilfe der omnipräsenten Datenwolke, der Cloud (Kasten), ist das zu jeder Zeit und überall möglich. Diese Vorteile überzeugen immer mehr Nutzer (Grafik): Im Jahr 2017 wurden nach Schätzungen der Firma Cisco Systems gut 5.600 Exabyte an Datenvolumen mit der Cloud ausgetauscht. Datenverkehr in der Cloud in Exabyte Ein Exabyte (EB) entspricht einer Milliarde Gigabyte. Für das Jahr 2019 erwarten die Experten einen Anstieg auf 9.800 EB. Bis zum Jahr 2021 soll das Datenvolumen in der Cloud sogar auf mehr als 14.000 EB steigen. Am stärksten nutzen die Nordamerikaner die Cloud. Nahezu die Hälfte des Cloud-basierten Datenverkehrs wird derzeit in den USA und Kanada abgewickelt. An der Vorreiterposition wird sich wohl auch in naher Zukunft nichts ändern: Bis 2021 soll das Datenvolumen in Nordamerika auf gut 6.800 EB wachsen. Die zweitwichtigste Region ist Asien, hier prognostizieren die Analysten für das Jahr 2021 ein Volumen von etwa 3.500 EB – 2017 waren es schätzungsweise erst knapp 1.400 EB. Westeuropa liegt mit gut 1.000 EB im Jahr 2017 und voraussichtlich 2.500 EB im Jahr 2021 auf dem dritten Platz. Ein wichtiger Treiber für die schnelle Entwicklung des Marktes sind Unternehmen – auch in Deutschland. Firmen greifen immer häufiger auf Cloud-Lösungen zurück, wie eine Umfrage des Verbands Bitkom und der Beratungsgesellschaft KPMG zeigt (Grafik): Im Jahr 2017 nutzten zwei Drittel der deutschen Unternehmen die Cloud für ihre Arbeit, weitere 21 Prozent planten oder diskutierten diesen Schritt. Verbreitung von Cloud-Lösungen in deutschen Unternehmen Lediglich für 13 Prozent war die Cloud kein Thema. Drei Jahre zuvor sprachen die Zahlen noch eine andere Sprache: Im Jahr 2014 setzten 44 Prozent der Unternehmen die Cloud ein, für jeden dritten Betrieb kamen Cloud-Lösungen zu diesem Zeitpunkt gar nicht infrage. Besonders interessant ist die Cloud für Start-ups. Sie können notwendige IT-Ressourcen leicht einkaufen und dadurch schnell in Märkte eintreten. Auch die Preise dürften stabil bleiben oder sinken, denn Cloud-Anbieter sind nicht an Landesgrenzen gebunden, sondern können ihren Service weltweit anbieten. Unternehmenskunden haben dadurch eine große Auswahl, was die Marktmacht einzelner Anbieter von Cloud-Diensten begrenzt.

Private Cloud und Public Cloud

Generell stehen den Nutzern von Cloud-Lösungen zwei Varianten zur Verfügung: die Private Cloud und die Public Cloud. Die Private Cloud ist nicht für die Allgemeinheit zugänglich. Sie wird exklusiv von einem Dienstleister für einzelne Unternehmen oder von den Unternehmen selbst betrieben. In der Regel können nicht einmal Mitarbeiter von außen – also zum Beispiel während eines Termins beim Kunden – auf das System zugreifen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen in Deutschland, die eine Cloud nutzen, haben 2017 diese Form verwendet.

Im Jahr 2017 nutzten zwei Drittel der deutschen Unternehmen die Cloud für ihre Arbeit.

In der Public Cloud stellt ein Cloud-Betreiber seine Services einer Vielzahl von Anwendern über das öffentliche Internet zur Verfügung. Abgerechnet wird bei diesem Modell in der Regel nach in Anspruch genommener Leistung, also nach Datenvolumen. Die Public Cloud wurde 2017 nur von 31 Prozent der deutschen Unternehmen, die Cloud-Dienste nutzen, eingesetzt. Die Firmen bevorzugen demnach vor allem die Private Cloud. Das liegt in erster Linie an Sicherheits- und Datenschutzbedenken. Laut Bitkom und KPMG befürchten 63 Prozent der Unternehmen unberechtigte Zugriffe auf sensible Daten und 56 Prozent sogar den Verlust der digitalen Informationen.

Vorteile für Mitarbeiter

Public Clouds bieten aber gerade kleinen und mittleren Unternehmen zahlreiche Vorteile. Denn wie bei Endverbrauchern können Daten mittels Cloud gegen eigene System-ausfälle gesichert werden. Die Mitarbeiter haben außerdem über die öffentliche Cloud einen mobilen Zugriff auf Daten und IT-Ressourcen des Unternehmens. In der Praxis kann ein Beschäftigter beim Kunden alle wichtigen Informationen abrufen und gegebenenfalls direkt auf Wünsche reagieren. Ein weiterer Pluspunkt: Mitarbeiter müssen nicht zwingend im Büro sitzen, um zu arbeiten. Beruf und Familie lassen sich dadurch besser in Einklang bringen. Die Public Cloud verschafft den Unternehmen außerdem zusätzliche Flexibilität. Je nach Auftragslage können Speicherplatz oder Rechenleistung kurzfristig dazugebucht oder reduziert werden. Mit einer selbst betriebenen Private Cloud hat ein Unternehmen einen solchen Spielraum nicht. Nach Schätzungen des IT-Forschungs- und Beratungsunternehmen Gartner ist die Public Cloud bereits ein großer Wirtschaftsfaktor: Im Jahr 2016 soll der Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Public Cloud weltweit rund 219,6 Milliarden Dollar betragen haben. Und der Markt wächst weiter sehr dynamisch. Für das Jahr 2018 erwartet Gartner ein Marktvolumen von 306 Milliarden Dollar. Im Jahr 2020 sollen die Umsätze auf bis zu 411 Milliarden Dollar steigen. Die Nutzung der Cloud bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich. Neben der IT-Sicherheit kann sich die Infrastruktur als Flaschenhals erweisen. Ohne eine gute Internetverbindung lassen sich die Potenziale nicht voll ausschöpfen. Ein flächendeckender Breitbandausbau ist daher von großer Bedeutung, um auch in ländlichen Regionen gute Voraussetzungen für digitale Unternehmen zu schaffen.

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