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Gesetzliche Unfallversicherung: Pandemie stoppt den Trend

Ob Arbeitsunfall oder berufsbedingte Erkrankung: Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung kümmern sich um versicherte Arbeitnehmer – von der Kostenübernahme für die ärztliche Versorgung bis zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation. Durch die Coronapandemie hatten sie 2021 wieder mehr zu tun.

Kernaussagen in Kürze:
  • Seit Jahrzehnten sinkt die Zahl der Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitstellen in Deutschland, 2021 stoppte der positive Trend aber. Grund dafür war die starke Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus.
  • Wegen der meist glimpflich verlaufenden Erkrankungen führte Covid-19 aber zu keinem signifikanten Anstieg bei den neu gewährten Berufsunfähigkeitsrenten.
  • Trotz des Anstiegs der Fallzahlen sind die Beiträge zur Unfallversicherung 2021 gesunken.
Zur detaillierten Fassung

Die Entwicklung ist erfreulich: Seit Jahrzehnten sinkt die Zahl der Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitstellen in Deutschland. 2021 stoppte der positive Trend aber – bei den Berufskrankheiten kehrte er sich sogar um. Grund dafür war die starke Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus.

Gemeldete Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter in der gewerblichen Wirtschaft

Trotz des Anstiegs der Fallzahlen sind die Beiträge zur Unfallversicherung 2021 gesunken. Hier gibt es nämlich keinen einheitlichen Beitragssatz. Unter Berücksichtigung branchen- und betriebsspezifischer Risiken werden die Beiträge unternehmensindividuell berechnet.

Beiträge der Arbeitgeber zur Unfallversicherung in Prozent des gesamten Arbeitsentgelts

Der Großteil der von der gesetzlichen Unfallversicherung aufgewendeten 15,8 Milliarden Euro floss in Renten, Hilfen für Hinterbliebene, Behandlungen und Rehamaßnahmen. Prävention war ein eher kleiner Posten. Das hängt damit zusammen, dass die Unternehmen das Gros der Investitionen in sichere Maschinen, ergonomische Bürostühle oder das betriebliche Gesundheitsmanagement selbst stemmen.

Aufwendungen der gesetzlichen Unfallversicherung 2021

Bereits im Jahr 2020 kletterte die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle bei den Infektionskrankheiten von 2.541 auf 34.131. Durch die Omikron-Variante schoss diese Zahl 2021 dann um mehr als das Vierfache in die Höhe. Wegen der meist glimpflich verlaufenden Erkrankungen führte Covid-19 aber zu keinem signifikanten Anstieg bei den neu gewährten Berufsunfähigkeitsrenten.

Im Jahr 2021 wurden von den am häufigsten angezeigten Fällen so viele auch als Berufskrankheit anerkannt und führten schließlich zu einer neuen Berufsunfähigkeitsrente

Dass die Unternehmen in Deutschland den Arbeitsschutz ungeachtet der Pandemie weiterentwickelt haben, kommt nicht nur in den zahlreichen Betriebsbesichtigungen durch Gewerbeaufsicht und Berufsgenossenschaften zum Ausdruck. Im zweiten Coronajahr wurden in gut 23.000 Schulungen auch mehr als 132.000 Teilnehmer in Sachen Arbeitsschutz trainiert.

Kennzahlen zur Prävention in Unternehmen

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