Flugverkehr Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Airlines widmen sich intensiv dem Klimaschutz

Der Klimawandel ist allgegenwärtig und die Weltgemeinschaft diskutiert, wie die Treibhausgasemissionen reduziert werden können. Viel kritisiert wird der Flugverkehr – doch die Branche ist beim Thema CO₂-Emissionen weiter, als es die öffentliche Schelte vermuten lässt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Luftfahrt ist nur für 3 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Seit 2010 hat der Ausstoß von Kohlendioxid im Flugverkehr allerdings um 21 Prozent zugelegt.
  • Zwei Ausgleichssysteme sollen helfen, die Luftfahrtindustrie klimafreundlicher zu machen.
  • Zum einen beteiligen sich die Airlines am europäischen Emissionshandel, zum anderen verpflichten sie sich, ihre Emissionen durch Klimaschutzprojekte auszugleichen.
Zur detaillierten Fassung

Außerhalb der Ferien sind nicht nur in Deutschland dienstliche Anlässe der Grund für einen großen Teil der Flüge. Denn ohne eine schnelle Verbindung könnten die Unternehmen längst nicht so erfolgreich sein: Deren Kunden sitzen überall auf der Welt und die Betriebe müssen ihren Service oftmals vor Ort anbieten – im Notfall wird nicht nur das Ersatzteil eingeflogen, sondern der Ingenieur gleich mit. Entsprechend illusorisch ist es für die (deutsche) Wirtschaft, vollständig auf Flüge zu verzichten. Bislang ist der Anteil der Luftfahrt an der Klima-Misere ohnehin überschaubar: Die Luftfahrt ist für 3 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Seit 2010 hat der Ausstoß von Kohlendioxid im Flugverkehr allerdings um 21 Prozent zugelegt. In der Europäischen Union kam die Branche von 2010 bis 2016 auf ein Plus von nur 6 Prozent (Grafik). China und die USA hatten dagegen CO₂-Wachstumsraten jenseits der30 Prozent, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate sogar von mehr als 100 Prozent – allerdings liegen beide auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Der hohe Zuwachs der Emirate rührt auch daher, dass viele Reisende aus der EU in Dubai umsteigen, auch wenn das mehr Emissionen bedeutet. Um so viel Prozent wuchsen die CO2-Emissionen im Flugverkehr von 2010 bis 2016 Für die Luftfahrtindustrie ist der Klimaschutz eine wichtige Herausforderung – zwei Ausgleichssysteme sollen den schnellen Transport von Mensch und Material klimafreundlicher machen: Im europäischen Emissionshandel (ETS) sind nicht nur Anlagen aus der Industrie und Energiewirtschaft vertreten, sondern seit 2012 auch der innereuropäische Flugverkehr. Für jede Tonne Kohlendioxid, die ein Flug zwischen zwei europäischen Städten verursacht, muss die Fluggesellschaft ein Emissionsrecht vorlegen. Da die Obergrenze der Emissionen im ETS fix ist, bedeutet jeder Mehrverbrauch am Himmel einen Minderverbrauch anderswo.

Der Luftverkehr ist gerade einmal für 3 Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstoßes verantwortlich.

Mit CORSIA – die Abkürzung steht für Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation – verpflichten sich die Anbieter von Flugverbindungen weltweit, ihre Emissionen aus internationalen Flügen durch wirksame Klimaschutzprojekte auszugleichen. Die Airlines haben damit einen zusätzlichen Anreiz, die Emissionen jedes Flugs – beispielsweise durch sparsamere Maschinen – zu reduzieren. Das System zum Emissionsausgleich ist ab 2027 für 90 Prozent des weltweiten Flugverkehrs verbindlich. Rund 80 Länder mit drei Vierteln des Flugaufkommens haben bereits eine Teilnahme ab 2021 zugesagt. CORSIA ist damit der erste globale, sektorspezifische Ansatz für den Klimaschutz und schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene