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Wie Haushalte bald sparen könnten

An hohe Stromrechnungen haben sich die Deutschen mittlerweile gewöhnt. Doch der jüngste Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lässt hoffen: Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll Schluss sein mit der EEG-Umlage. Das IW hat Szenarien berechnet, wie das Haushalte und Unternehmen entlasten würde.

Kernaussagen in Kürze:
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat angekündigt, die umstrittene EEG-Umlage in den kommenden fünf Jahren schrittweise abzubauen.
  • Nach IW-Berechnungen bergen diese Pläne deutliche Einsparungen für Stromkunden.
  • Eine vierköpfige Familie mit einem Stromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden würde im Jahr 2026 bis zu 413 Euro weniger zahlen.
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Im europäischen Vergleich müssen die Deutschen für ihren Strom am tiefsten in die Tasche greifen. Grund ist die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die Förderkosten für Ökostrom auf die Stromverbraucher umlegt. Mit rund 25 Milliarden Euro pro Jahr haben diese Abgaben allerdings ein Ausmaß angenommen, das die Energiewende eher behindert als fördert. Zur Erreichung der Klimaziele ist es schließlich notwendig, dass Ökostrom die Nutzung fossiler Energieträger in den Sektoren Verkehr, Gebäude und Industrie ersetzen kann. Doch zu hohe Strompreise machen diese klimafreundlichen Technologien unattraktiv.

Die jüngste Ankündigung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lässt deswegen aufhorchen: In den kommenden fünf Jahren soll die umstrittene EEG-Umlage schrittweise abgebaut werden. Die Deckelung der Umlage 2021 und 2022 auf 6,5 beziehungsweise 6 Cent pro Kilowattstunde wurde bereits über das Konjunkturpaket beschlossen.

Der jüngste Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Altmaier zur EEG-Umlage könnte sowohl für Haushalte als auch für Unternehmen deutliche Ersparnisse bei den Stromkosten bedeuten.

Nach IW-Berechnungen bergen diese Pläne deutliche Einsparungen für Stromkunden, unter der Annahme eines schrittweisen Rückgangs um weitere 1,5 Cent ab 2023, welcher die EEG-Umlage im Jahr 2026 auf null setzen würde.

Wird die Umlage allerdings abgeschafft, muss das Geld vom Bund – also über Steuern – kommen: Bis 2026 würden die Kosten für den Bundeshaushalt stetig auf bis zu 28 Milliarden Euro im Jahr ansteigen.Für Haushalte in Deutschland würde die Reform dennoch erst mal eine Erleichterung bringen. Ein Beispiel (Grafik):

Eine vierköpfige Familie mit einem Stromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden würde im Jahr 2026 bis zu 413 Euro sparen.

So viel könnten deutsche Haushalte im Zuge einer Reform der EEG-Umlage jährlich an Stromkosten sparen, in Euro

Noch deutlicher wäre die Ersparnis für ein Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes: Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 500 Megawattstunden beliefe sich die Entlastung im Jahr 2026 auf gut 41.000 Euro. Zwar werden energieintensive Unternehmen schon heute durch das EEG deutlich entlastet, doch gelten die Bestimmungen dafür erst ab einem Mindestverbrauch von 1.000 Megawattstunden im Jahr. Somit wäre die in Aussicht gestellte Reduzierung der EEG-Umlage besonders für den Mittelstand eine Erleichterung.

Ab diesem Jahr kommt für Haushalte allerdings der CO2-Aufschlag hinzu, der die Absenkung der EEG-Umlage teilweise finanzieren soll. Gleichzeitig fördert er aber auch den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen: Wer zum Beispiel künftig mit einem Elektroauto fährt und seine vier Wände mit einer Wärmepumpe heizt, könnte seine Ersparnisse verdoppeln.

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