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Immer mehr ältere Erwerbstätige

Die Rente sichern und dem Fachkräftemangel entgegentreten – eine höhere Erwerbsbeteiligung der über 55-Jährigen würde beides erleichtern. Doch während Deutschland große Fortschritte gemacht hat, sieht es in Europas Süden mau aus.

Kernaussagen in Kürze:
  • Den Anteil der Erwerbstätigen an den über 55-Jährigen zu erhöhen, ist einer der wichtigsten Ansatzpunkte, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die sozialen Sicherungssysteme demografiefest zu machen.
  • Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren große Fortschritte erzielt und lag mit einer Erwerbstätigenquote der Älteren von 70 Prozent 2017 auf Platz fünf in Europa.
  • Generell sind in den nördlichen europäischen Ländern mehr Menschen im Alter von 55 bis 64 Jahre am Arbeitsmarkt aktiv als in Südeuropa.
Zur detaillierten Fassung

Überall in Europa werden die Menschen immer älter. Und überall stellt die steigende Lebenserwartung die sozialen Sicherungssysteme vor Herausforderungen. Langfristig wird wohl kein Weg daran vorbeiführen, dass die Menschen später in Rente gehen. Schon viel gewonnen wäre mancherorts aber, wenn die 55- bis 64-Jährigen besser in den Arbeitsmarkt integriert würden. So ist schließlich auch dem sich verschärfenden Fachkräftemangel beizukommen.

Deutschland hat dies früh erkannt und die Weichen schon vor mehr als zehn Jahren umgelegt: Die Frühverrentungsmöglichkeiten wurden stark eingeschränkt und ältere Arbeitslose intensiver in die Pflicht genommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen (Grafik):

War vor zehn Jahren gerade einmal die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen in Deutschland erwerbstätig, sind es heute bereits 70 Prozent. Anteil der Erwerbstätigen an den 55- bis 64-Jährigen im Jahr 2017 und Veränderung gegenüber 2007

Damit hat sich Deutschland im europäischen Vergleich auf einen beachtlichen fünften Platz vorgeschoben. Nur in Island, Schweden, der Schweiz und Norwegen arbeiten mehr Ältere. Einen noch größeren Sprung hat lediglich Ungarn hingelegt, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau: Dort verdiente 2007 nicht einmal jeder Dritte im Alter von 55 bis 64 Jahren sein eigenes Geld, inzwischen sind es immerhin fast 52 Prozent.

Nur in Island, Schweden, der Schweiz und Norwegen arbeiten mehr Ältere als in Deutschland.

Generell fällt die Europakarte der Erwerbstätigkeit Älterer durch ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle auf. Schlusslicht ist Griechenland, wo die Erwerbstätigenquote der über 55-Jährigen binnen zehn Jahren um 4 Prozentpunkte auf inzwischen nur noch 38 Prozent gesunken ist. Kaum besser stehen Kroatien, Slowenien, Rumänien und Malta da – dort liegen die Quoten zwischen 40 und 45 Prozent. Weiter vorangehen muss es aber auch in Spanien, Frankreich und Italien, wo der Anteil der erwerbstätigen Älteren derzeit jeweils nur etwas mehr als 50 Prozent beträgt.

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