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Fluktuation ist auch eine Frage der Jahreszeit

Der Jahresbeginn ist für Jobwechsler und Personaler eine besonders betriebsame Zeit: Denn in den ersten vier Wochen des Jahres ist die Fluktuationsrate in den Unternehmen und Behörden so hoch wie sonst zu keiner anderen Zeit.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Fluktuation in deutschen Betrieben und Behörden ist erfahrungsgemäß im Januar am höchsten.
  • Viele Arbeitgeber würden vakante Stellen am liebsten so schnell wie möglich besetzen, doch manche Kandidaten können aufgrund von Kündigungsfristen zum Quartalsende gar nicht so schnell wechseln.
  • Im Herbst schnellen die Fluktuationsraten ebenfalls nach oben, denn dann beginnen turnusgemäß einige Hunderttausend Azubis ihre Ausbildung.
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Wenn ein Mitarbeiter geht und ein neuer Kollege seine Aufgaben übernimmt, sprechen Personaler von Fluktuation. Die Fluktuationsquote wiederum beschreibt, wie viele Arbeiter und Angestellte im Schnitt in einem bestimmten Zeitraum den Job wechseln. Für die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse betrug diese Quote laut Bundesagentur für Arbeit 2017 knapp 33 Prozent. Oder, um statistisch exakt zu sein: So groß war die hälftige Summe von begonnenen und beendeten Arbeitsverhältnissen bezogen auf den Stand aller Beschäftigungsverhältnisse.

Die Fluktuationsquote in deutschen Betrieben ist im Januar und im September am höchsten.

Doch wie verteilen sich diese 33 Prozent aufs Jahr? Tatsächlich gibt es regelmäßig große Schwankungen zwischen den einzelnen Monaten. Im Januar wechseln erfahrungsgemäß besonders viele Mitarbeiter ihren Job (Grafik):

Im Januar 2018 nahmen von fast 33 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten knapp 1,2 Millionen ein neues Arbeitsverhältnis auf und annähernd 1,3 beendeten eines – was einer Fluktuationsquote von 3,7 Prozent entspricht. Monatliche Fluktuationsquoten in Deutschland Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Besonders wenige Jobhopper gibt es dagegen im Dezember: 2016 und 2017 betrug die Fluktuation in diesem Monat jeweils nur 1,9 Prozent. Auch im Februar, Mai und November lagen die Werte nur wenig höher.

Der Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst lässt die Fluktuationsrate steigen

Ein regelrechtes Zwischenhoch ist jedoch alljährlich im September zu verzeichnen, wenn Hunderttausende von neuen Auszubildenden ins Berufsleben einsteigen – deshalb sind die Fluktuationsquoten in diesem Monat fast so hoch wie jeweils im Januar zuvor.

Und auch der Quartalsbeginn ist immer noch ein beliebter Einstellungszeitpunkt. Zwar schreiben viele Unternehmen in ihre Stellenanzeigen, dass sie den Arbeitsplatz „so schnell wie möglich“ besetzen möchten, doch oft genug können Bewerber gar nicht so kurzfristig den Arbeitgeber wechseln, weil sie eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Quartalsende haben.

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