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Der digitale Binnenmarkt macht Fortschritte

Das Geschäft mit Daten bietet enorme Möglichkeiten. Die EU hat sich daher vorgenommen, im Bereich der Datenökonomie Weltspitze zu werden. Eine Analyse zeigt, in welchem EU-Staat aktuell die meisten Unternehmen aus diesem Zukunftsfeld sitzen und was sie genau tun.

Kernaussagen in Kürze:
  • Weil Daten für die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union ein großes Potenzial bergen, hat die EU-Kommission im Jahr 2020 eine Datenstrategie verabschiedet.
  • Aktuell sind die EU-Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich aufgestellt: In Frankreich gab es im Jahr 2021 mit 606 die meisten Big -Data-Unternehmen, in Griechenland nur 34.
  • Zuletzt hat sich die Datenökonomie in den EU-Ländern außerdem schwächer entwickelt als in den USA und Japan.
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Nie mehr eine Panne haben, immer direkt ans Ziel kommen und jeden Stau umfahren: Die Anwendungsmöglichkeiten von Daten und entsprechenden Dienstleistungen allein beim Auto sind praktisch unbegrenzt.

Die Datenstrategie der EU soll dazu beitragen, dass im Jahr 2030 drei Viertel der europäischen Unternehmen Cloud-Computing, Big Data und künstliche Intelligenz nutzen.

Rein ökonomisch betrachtet können Daten wertvoller sein als Öl. Während Öl lediglich einmal genutzt werden kann, können Daten zu niedrigsten Kosten kopiert und verteilt werden. So kann ein Datensatz gleichzeitig von mehreren Akteuren und für entsprechende Dienstleistungen verwendet werden.

Das Potenzial der Daten für die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union hat auch die EU-Kommission entdeckt und deshalb 2020 eine Datenstrategie verabschiedet. Ihr Ziel ist es, einen EU-weiten Datenraum zu schaffen, den Zugang zu Daten für alle Unternehmen zu gewährleisten sowie einen Rechtsrahmen für den Umgang mit Daten zu setzen. Jüngste Ergebnisse der EU-Kommission sind der Data Act, der Data Governance Act oder das Digital Services Act Package.

90 Prozent aller KMU sollen Daten nutzen

All dies soll dazu beitragen, dass 2030 drei Viertel der europäischen Unternehmen Cloud-Computing, Big Data und künstliche Intelligenz nutzen. Zudem sollen mehr als 90 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in der EU über eine grundlegende digitale Intensität verfügen, also Daten und auf ihnen basierende Anwendungen nutzen.

Und so datengetrieben sind die EU-Mitgliedsstaaten bereits (Grafik):

Frankreich beheimatete von allen EU-Ländern im Jahr 2021 mit 606 Betrieben die meisten Big-Data-Unternehmen.

So viele Big-Data-Unternehmen hatten 2021 ihren Firmensitz oder ihre Forschungsabteilung in diesem EU-Land

Berücksichtigt wurden nur Betriebe, die im Bereich Big Data wirtschaftlich aktiv sind, die ihren Firmensitz oder ihre Forschungsabteilung in einem EU-Mitgliedsstaat haben und die mindestens 1 Million Euro an Firmenkapital haben.

Von allen 3.131 Big-Data-Unternehmen in der EU ist rund ein Drittel im Bereich der Software für Unternehmenskunden tätig, 15 Prozent sind im Gesundheitssektor, 14 Prozent im Marketing und 10 Prozent in der Fintech-Branche aktiv.

Und wie weit ist der digitale Binnenmarkt gediehen? Zuletzt hat sich die Datenökonomie in den EU-Ländern schwächer entwickelt als in den USA und Japan. Zudem muss die EU bei ihren Regulierungsvorhaben einen Spagat bewältigen: den Datenzugang für alle Unternehmen ermöglichen, ohne Innovationen durch zu viel Bürokratie und Regulierung auszubremsen.

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