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Das Hotel- und Gaststättengewerbe boomt

Obwohl immer mehr Menschen außer Haus essen und auch die Reisebranche boomt: Die wirtschaftliche Bedeutung des Hotel- und Gaststättengewerbes wird häufig unterschätzt. Dabei ist es eine dynamisch wachsende Branche, die auch vielen ausländischen Mitarbeitern einen Job bietet.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das Hotel- und Gaststättengewerbe in Deutschland wuchs in den vergangenen Jahren sehr dynamisch.
  • Hotels steigerten ihren Umsatz zwischen 2010 und 2015 deutlich – vor allem durch mehr Gästeübernachtungen.
  • Die Branche ist international: Rund 310.000 Beschäftigte mit Migrationshintergrund arbeiten in den Unternehmen.
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Ob Dönerbude oder Drei-Sterne-Restaurant, Hostel oder Grandhotel: Das Gastgewerbe ist eine höchst vielfältige Branche mit großer Anziehungs- und Wirtschaftskraft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der IW Consult im Auftrag des DEHOGA Bundesverbands:

Im Jahr 2016 setzte das deutsche Hotel- und Gaststättengewerbe annähernd 81 Milliarden Euro um und beschäftigte nahezu 1,9 Millionen Menschen.

Damit bewegt sich die Branche auf demselben Niveau wie die chemische Industrie oder die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen.

Außerdem wächst das Gastgewerbe sehr dynamisch. Während die reale Bruttowertschöpfung in der Gesamtwirtschaft von 2010 bis 2016 um 9,9 Prozent zulegte, stieg sie im Hotel- und Gaststättengewerbe um mehr als 14 Prozent.

Das war nicht immer so. Zwischen 1991 und 2010 schrumpfte das Gastgewerbe um 0,7 Prozent pro Jahr, die Gesamtwirtschaft legte dagegen ein jährliches Wachstum von 1,4 Prozent hin.

Das Hotel- und Gaststättengewerbe wächst dynamisch: Von 2010 bis 2016 wuchs die reale Bruttowertschöpfung der Branche um 14 Prozent.

Zur guten Umsatzentwicklung im Gastgewerbe in den vergangenen Jahren haben alle Einrichtungen mit Ausnahme der Bars beigetragen. Besonders hoch war das Umsatzplus im Eventcatering und in den Eissalons, allerdings handelt es sich hierbei um recht kleine Märkte. Von den großen Marktsegmenten haben vor allem die klassischen Hotels gewonnen, sie steigerten ihren Umsatz im Zeitraum der Jahre 2010 bis 2015 um überdurchschnittliche 35 Prozent.

Zahl der Betten und Übernachtungen in den Beherbungsbetrieben in Deutschland in Millionen Das liegt vor allem an den steigenden Übernachtungszahlen in den rund 50.000 deutschen Beherbergungsbetrieben (Grafik):

Die Zahl der Gästeübernachtungen ist von 2010 bis 2017 um 80 Millionen auf fast 460 Millionen gestiegen.

Der Tourismus boomt zwar auch anderswo, doch nur in drei westeuropäischen Ländern legten die Übernachtungszahlen von 2010 bis 2015 noch stärker zu als in der Bundesrepublik: In Portugal stiegen sie um etwa 32 Prozent, Belgien kam auf ein Plus von 27 Prozent. Auch Griechenland steigerte seine Übernachtungen, und zwar um fast 18 Prozent – knapp 2 Prozentpunkte mehr als in Deutschland. In Frankreich und Italien betrug das Plus weniger als 5 Prozent.

Die rund 220.000 Betriebe der Hotellerie und Gastronomie erwirtschafteten 2016 eine Bruttowertschöpfung von 44,9 Milliarden Euro. Das Gros – nämlich 31,2 Milliarden Euro – setzte die Gastronomie um, 13,7 Milliarden entfielen auf das Beherbergungsgewerbe.

Ein Blick auf die Beschäftigten zeigt, dass das Gastgewerbe Deutschlands internationalste Branche ist. Unter den fast 1,9 Millionen Mitarbeitern befinden sich rund 310.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Migrationshintergrund – das sind rund 30 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter. Eine DEHOGA-Umfrage ergab zudem, dass jeder fünfte Betrieb Flüchtlinge beschäftigt.

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