Dossier: G8 versus G9 – lieber in acht oder in neun Jahren zum Abitur?

Erst kam der PISA-Schock im Jahr 2001, dann die große Debatte über das deutsche Bildungssystem und schließlich lag ein umfangreicher Katalog an Vorschlägen auf dem Tisch, wie Deutschlands Schülerinnen und Schüler wieder auf ein international konkurrenzfähiges Bildungsniveau zu bringen seien. Auch das Abitur nach 12 statt 13 Schuljahren zählt zu jenen Bildungsreformen, die nach der Veröffentlichung des ersten PISA-Bildungsvergleichs auf den Weg gebracht wurden. Ziel war hauptsächlich, Abiturienten einen früheren Berufseinstieg zu ermöglichen – auch um die Folgen des demografischen Wandels abzufedern. Die reduzierte Schulzeit mit demselben Stoffpensum stieß jedoch bald auf Widerstand, weil den Kindern kaum noch Zeit für außerschulische Aktivitäten blieb. Inzwischen haben vor allem die westdeutschen Bundesländer begonnen, die G8-Reform zurückzudrehen und führen nach und nach das G9 wieder ein. Dieses Dossier gibt einen Überblick über die Diskussion.

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G9: Wiederbelebung ist teuer

Nachdem fast alle Bundesländer mit neunjähriger Gymnasialzeit Anfang und Mitte der 2000er Jahre auf ein Abitur nach acht Jahren umgestiegen waren, kehren nun mehr und mehr zum alten Unterrichtsmodell zurück. Das Geld, das für die neuen Klassenzimmer und zusätzlichen Lehrer ausgegeben wird, fehlt allerdings an anderen Stellen.

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