Energieeffizienz Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Zwischen Säen und Ernten

Energie zu sparen bedeutet fast immer, zunächst zu inves­tieren. Doch in welchem Zeitraum sollten sich Wärmedämmung und andere Maßnahmen auszahlen? In Betrieben gibt man diesen Investitionen im Schnitt rund drei Jahre Zeit, bis sie sich amortisieren, so das Ergebnis einer Befragung von Umweltexperten durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Kernaussagen in Kürze:
  • Energie zu sparen bedeutet fast immer, zunächst zu investieren.
  • Die meisten Betriebe – gut 46 Prozent – gehen von bis zu drei Jahren aus, in denen sich die Kosten für Energieeffizienzmaßnahmen amortisieren sollten.
  • Für zwei Drittel der Unternehmen zahlen sich solche Investitionen bereits aus, wenn die Energiepreise in den kommenden Jahren nur leicht ansteigen.
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Was tun gegen steigende Energiepreise? Direkt neue energiesparende Geräte wie einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine kaufen? Ist das Gerät wirklich um einiges effizienter als das alte, dann ist ein Austausch ökonomisch wie ökologisch empfehlenswert. Doch wann soll sich die Investition spätestens rechnen?

Die Antwort ist auch für Unternehmen relevant, etwa wenn es um die Art der Gebäudedämmung oder um die Anschaffung neuer spritsparender Fahrzeuge geht oder wenn Spiegelsysteme statt Lampen Licht in Räume bringen.

Unternehmen kalkulieren allerdings meist etwas genauer als private Haushalte. Die vermuteten künftigen Preise für Wärme und Elektrizität sind dabei ein wichtiger Faktor. Und die kennen angesichts einer wachsenden Weltwirtschaft und strengeren Klimazielen langfristig nur eine Richtung: nach oben. Also dürften sich Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen irgendwann meist rechnen.

Wie viel Zeit bis zum Break Even Point genau verstreichen darf, hat das IW Köln bei Umweltexperten aus der Wirtschaft erfragt (Grafik).

Die meisten Betriebe – gut 46 Prozent – gehen von bis zu drei Jahren aus, in denen sich die Kosten für Energieeffizienzmaßnahmen amortisieren sollten.

Rund 35 Prozent der Befragten haben auch mit maximal fünf Jahren kein Problem. In einigen Unternehmen kann die Amortisationszeit sogar noch länger sein. Jede achte befragte Firma spart sogar Energie, obwohl sich die entsprechenden Maßnahmen voraussichtlich nie rechnen werden. Diese Betriebe haben sich beispielsweise selbst Klimaschutzziele gesetzt oder sie sind der Überzeugung, dass es gut ist, freiwillig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Wie die Unternehmen Energie sparen, ist recht vielfältig. Eine Bäckerei kann zum Beispiel die Abwärme, die beim Backen entsteht, an anderer Stelle nutzen – etwa zur Warmwasseraufbereitung. Dafür müsste sie zunächst einen Wärmetauscher installieren. Das würde in etwa 500 Euro kosten.

Für zwei Drittel der Unternehmen zahlen sich solche Investitionen bereits aus, wenn die Energiepreise in den kommenden Jahren nur leicht ansteigen.

Für ein Viertel der befragten Betriebe müssten die Energiepreise dagegen schon stark anziehen. Nur jedes 15. Unternehmen sagt, dass sich Energieeffizienzmaßnahmen in keinem Fall rechnen.

Für die große Mehrheit der Firmen lohnen sich also ihre Investitionen für einen effizienteren Umgang mit Wärme, Strom und anderen Ressourcen – daher dürfte die Energieeffizienz in der deutschen Wirtschaft auch in Zukunft deutlich steigen.

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