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Zwei Leuchttürme sind nicht genug

Am 20. Januar wird in Hannover ein neuer Landtag gewählt. Mit acht Millionen Einwohnern gibt Niedersachsen in Norddeutschland zwar den Ton an. Allerdings hängt die Wirtschaft zu sehr an zwei Branchen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mit acht Millionen Einwohnern gibt Niedersachsen in Norddeutschland zwar den Ton an, allerdings hängt die Wirtschaft zu sehr an zwei Branchen.
  • Gemessen an der Beschäftigtenzahl ist der VW-Konzern in Wolfsburg das größte Industriewerk in Europa und nach dem Frankfurter Flughafen der zweitgrößte deutsche Arbeitgeber.
  • Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs zwischen 2006 und 2011 um durchschnittlich knapp 1,1 Prozent – das entsprach in etwa dem bundesdeutschen Trend.
Zur detaillierten Fassung

Mit dem Volkswagen-Konzern hat Niedersachsen einen der größten europäischen Cluster der Autoindustrie. VW gab im Jahr 2011 mehr als 7 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus – mehr als jedes andere europäische Unternehmen. Gemessen an der Beschäftigtenzahl ist der Firmensitz in Wolfsburg das größte Industriewerk in Europa und nach dem Frankfurter Flughafen der zweitgrößte deutsche Arbeitgeber.

Der zweite Leuchtturm in Niedersachsen ist die Windkraftbranche. So hat zum Beispiel Enercon – der führende deutsche Hersteller großer Landanlagen – seinen Sitz in Aurich. Gemessen an der installierten Windkraftleistung gehört das Unternehmen zu den führenden Anlagenproduzenten der Welt.

Insgesamt kann sich die Wirtschaftsentwicklung Niedersachsens sehen lassen (Grafik):

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs zwischen 2006 und 2011 um durchschnittlich knapp 1,1 Prozent – das entsprach in etwa dem bundesdeutschen Trend.

Im ersten Halbjahr 2012 legte das niedersächsische BIP um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu und wuchs damit sogar etwas stärker als das gesamtdeutsche.

Die Wirtschaftskraft von 28.300 Euro je Einwohner ist allerdings eher gering, weil es neben Hannover keine weiteren Ballungszentren in Niedersachsen gibt. Die Metropolen Hamburg und Bremen, in denen viele niedersächsische Pendler arbeiten, entlasten zwar den Arbeitsmarkt, der im Dezember 2012 mit einer Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent sehr gut dastand. Die Demografie in dem Flächenland leidet allerdings darunter, dass Zuwanderer vor allem in die Metropolen gehen. In Zukunft wird deshalb der Fachkräftemangel ein Problem für Niedersachsen, denn bis 2030 dürfte die Einwohnerzahl um 6 Prozent und die Zahl der Erwerbspersonen noch stärker zurückgehen.

Die fehlende Wirtschaftskraft spiegelt sich im Länderfinanzausgleich wider: Niedersachsen ist Empfängerland und erhielt im Jahr 2011 rund 204 Millionen Euro. Auch bei der Verschuldung muss das Land umsteuern. Ende September vergangenen Jahres war der Schuldenberg Niedersachsens auf 56 Milliarden Euro angewachsen.

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