Gesundheits- und Krankenpflege Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Zwei Ansatzpunkte

Ausländische Pflegekräfte sind aus deutschen Kliniken und Heimen nicht mehr wegzudenken. Neben einer Ausbildung in Deutschland kann auch die Anerkennung ausländischer Abschlüsse dabei helfen, die deutschen Gesundheitsbranchen für Zuwanderer noch attraktiver zu machen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ausländische Pflegekräfte sind aus deutschen Kliniken und Heimen nicht mehr wegzudenken.
  • Die Zahl der ausländischen Beschäftigten in der Krankenpflege hat sich allein in den vergangenen beiden Jahren um ein Fünftel erhöht.
  • Die IW Studie zeigt, dass man ausländische Pflegekräfte besonders gut integrieren kann, wenn man sie in Deutschland erneut ausbildet.
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Schon lange können Krankenhäuser in Deutschland ihren Personalbedarf nicht mehr allein mit heimischen Arbeitskräften decken. Zwar wird versucht, das hiesige Fachkräftepotenzial stärker auszuschöpfen – zum Beispiel mit besseren Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer oder mit der Nachqualifizierung von An- und Ungelernten sowie Arbeitslosen. Aber das allein reicht nicht.

Dementsprechend hat sich die Zahl der ausländischen Beschäftigten in der Krankenpflege allein in den vergangenen beiden Jahren um insgesamt mehr als 20 Prozent erhöht (Grafik).

Und das Interesse an einem Job in Deutschland ist nach wie vor groß. Dabei achtet man hierzulande allerdings darauf, nicht gerade dort Krankenpfleger anzuwerben, wo ebenfalls ein Mangel an Fachpersonal herrscht. Auch die Weltgesundheitsorganisation hat einen Kodex beschlossen, der einen „care drain“ verhindern soll. Damit kommen Länder wie Indien oder Nigeria als Anwerbestaaten nicht infrage. Ähnliches gilt für Osteuropa. Stattdessen geht der Blick eher nach Fernost, etwa nach Vietnam.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie am Beispiel Vietnams untersucht, wie Krankenpflegekräfte mit entsprechenden Qualifikationen angeworben und in Deutschland integriert werden können.

Eine wesentliche Hürde bei diesem Vorhaben sind die unterschiedlichen Ausbildungssysteme:

Während die Ausbildung in Deutschland einen großen Praxisbezug aufweist, ist sie in Vietnam eher theoretisch ausgerichtet.

Die Studie zeigt, dass man ausländische Pflegekräfte besonders gut integrieren kann, wenn man sie in Deutschland erneut ausbildet. Gerade für junge Zuwanderer ist dies der einfachere Weg. So bleibt ihnen auch ausreichend Zeit, um Deutsch zu lernen und sich mit den deutschen Pflegestandards vertraut zu machen.

Auch die zweite Variante – die Anpassungsqualifizierung – hat Vorteile. Denn sie baut auf bereits erworbenen Kompetenzen auf. Für diesen oft schnelleren Weg kommen vor allem Zuwanderer mit einem starken Einsatzwillen infrage.

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