Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Ausländische Beschäftigte Lesezeit 3 Min.

Zuwanderung stabilisiert den deutschen Arbeitsmarkt

Ohne Fachkräfte aus dem Ausland wird das Arbeitskräfteangebot in Deutschland weiter abnehmen. Das gilt auch für Berufe, in denen ein Hochschulabschluss nötig ist – schon heute sind unter den Hochqualifizierten hierzulande viele Zuwanderer. Besonders groß ist ihr Anteil in den Stadtstaaten.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Jahr 2024 stammte rund ein Viertel der 25- bis 64-Jährigen mit einem Hochschulabschluss in Deutschland gebürtig aus dem Ausland. Unter den Fachkräften mit beruflichem Abschluss lag der Anteil bei rund 15 Prozent.
  • Deutschland sollte verstärkt darauf hinarbeiten, noch mehr Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen – schließlich ist die Bundesrepublik aufgrund des demografischen Wandels auf deren Arbeitskraft angewiesen.
  • Neben den erzielbaren Einkommen und den sonstigen Arbeitsbedingungen hängt es auch von der Willkommenskultur und der Weltoffenheit der Bevölkerung ab, ob die Bemühungen um Zuwanderer erfolgreich sind.
Zur detaillierten Fassung

Der Befund ist schon lange klar: Deutschland ist aufgrund des demografischen Wandels auf den Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland angewiesen. Schon jetzt haben rund 17 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten keine deutsche Staatsbürgerschaft. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil der hiesigen Wirtschaft und leisten mit ihrer Arbeitskraft einen großen Beitrag zur Wertschöpfung – einen Beitrag, der in den kommenden Jahren mehr denn je gefragt sein wird.

So zeigt die jüngste IW-Bevölkerungsprognose, dass die Zahl der erwerbsfähigen Personen wohl von aktuell 55 Millionen auf 50,4 Millionen im Jahr 2045 sinken wird (siehe "Bevölkerungsentwicklung: Deutschland schrumpft"). Ende 2024 betrug der Anteil der Personen im Kernerwerbsalter zwischen 25 und 64 Jahren – jüngere Erwachsene befinden sich häufig noch in Ausbildung – an der Gesamtbevölkerung rund 53 Prozent. Würden in den nächsten Jahren keine Zuwanderer nach Deutschland kommen, könnte der Wert bis zum Ende des Jahres 2034 auf gut 49 Prozent zurückgehen. Dies hätte verheerende Folgen für den Arbeitsmarkt und die öffentlichen Haushalte in Deutschland.

Im Jahr 2024 stammte rund ein Viertel der 25- bis 64-Jährigen mit einem Hochschulabschluss gebürtig aus dem Ausland. Unter den Fachkräften mit beruflichem Abschluss waren es rund 15 Prozent.

Um die Entwicklung im Land zu stabilisieren, braucht es neben vielen Fachkräften mit beruflichem Abschluss auch mehr hochqualifizierte Akademiker aus dem Ausland. Diese zeichnen sich durch eine hohe Wertschöpfung aus und treiben wichtige Innovationen voran. Im Jahr 2024 stammte rund ein Viertel der 25- bis 64-Jährigen mit einem Hochschulabschluss gebürtig aus dem Ausland. Die Anteile unterscheiden sich je nach Bundesland allerdings teils erheblich (Grafik):

Anteil der Zuwanderer an allen Personen mit diesem Bildungsabschluss im Alter von 25 bis 64 Jahren im Jahr 2024 in Prozent Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

In Berlin machten Zuwanderer mehr als ein Drittel der Personen dieser Altersgruppe mit Hochschulabschluss aus, in Brandenburg nur gut ein Sechstel.

Allgemein ist ihr Anteil in den Stadtstaaten sowie in den südlichen Bundesländern deutlich höher, während die hochqualifizierten Zuwanderer vor allem in Ostdeutschland vergleichsweise seltener anzutreffen sind.

Unter den Fachkräften mit beruflichem Abschluss ist der Anteil der Zuwanderer etwas kleiner – im Jahr 2024 hatten rund 15 Prozent von ihnen ihre Wurzeln im Ausland. Die Verteilung innerhalb Deutschlands ist aber ähnlich wie die ausländischer Akademiker.

Willkommenskultur maßgeblich für dauerhafte Zuwanderung

Deutschland insgesamt – vor allem aber die ostdeutschen Bundesländer – sollte deshalb verstärkt darauf hinarbeiten, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Dafür braucht es unter anderem einen institutionellen Rahmen, der die schnelle Visavergabe an qualifizierte Personen aus Drittstaaten ermöglicht. Damit Interessierte sich für Deutschland entscheiden, sind zudem umfassende und verlässliche Informationen über Ausbildung und Arbeitsleben in Deutschland erforderlich, wie es auf Bundesebene etwa durch das Portal „Make it in Germany“ erfolgt.

Allerdings ist es keineswegs selbstverständlich, dass sich auswanderungswillige und gut ausgebildete Menschen aus anderen Ländern für Deutschland als Ziel entscheiden. Schließlich werben auch viele andere Industriestaaten um hochqualifizierte Fachkräfte. Zudem nutzt eine stärkere Zuwanderung wenig, wenn die Menschen nach kurzer Zeit das Land wieder verlassen.

Deshalb sollte die Bundesrepublik darum bemüht sein, mit einem attraktiven Arbeits- und Lebensumfeld zu punkten.

Neben den erzielbaren Einkommen und den sonstigen Arbeitsbedingungen ist dafür auch die Willkommenskultur und Weltoffenheit der Bevölkerung maßgeblich. Deswegen wird es in den kommenden Jahren darum gehen, ein Klima zu schaffen, in dem sich Zuwanderer und Bundesbürger wohl fühlen – eine gemeinsame Aufgabe für Politik, Unternehmen und Gesellschaft.

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