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Zuwanderer mit Potenzial

Große Konzerne haben sich bereits darauf eingestellt, mehr Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen. Kleine und mittlere Unternehmen dagegen benötigen oftmals noch Hilfe­stellung.

Kernaussagen in Kürze:
  • Große Konzerne haben sich bereits darauf eingestellt, mehr Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen.
  • Zwei von drei Firmen mit mindestens 5.000 Beschäftigten wollen in Zukunft Fachkräfte aus dem Ausland anheuern – definitiv oder eventuell.
  • Obwohl kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vergleichsweise viele Mitarbeiter mit einer Berufsausbildung beschäftigen, suchen sie deutlich seltener im Ausland nach Fachkräften als größere Unternehmen.
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Deutschland wandelt sich zum Einwanderungsland: Laut Statistischem Bundesamt sind 2013 rund 1,2 Millionen Menschen nach Deutschland zugezogen. Zieht man die Zahl derer ab, die der Bundesrepublik im selben Zeitraum den Rücken gekehrt haben, bleiben immer noch etwa 430.000 Menschen übrig. Solch einen hohen Wanderungs­überschuss gab es zuletzt 1993.

Unter den Zuwanderern gibt es viele gut ausgebildete Fachkräfte, von denen die heimische Wirtschaft profitiert. Insbesondere große Unternehmen haben das Potenzial ausländischer Fachkräfte zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit erkannt. So zeigt eine repräsentative Unternehmensbefragung, der sogenannte Qualifizierungsmonitor des Bundeswirtschaftsministeriums (Grafik):

Zwei von drei Firmen mit mindes­tens 5.000 Beschäftigten wollen in Zukunft Fachkräfte aus dem Ausland anheuern – definitiv oder eventuell.

Der Hauptgrund für diese Offenheit seien Fachkräfteengpässe auf dem heimischen Arbeitsmarkt, sagen zwei Drittel aller engagierten Unternehmen. Aber auch die bessere Erschließung ausländischer Märk­te (45 Prozent) und der Wunsch nach einer kulturell gemischten Belegschaft (37 Prozent) sind für die Betriebe wichtige Aspekte.

Gefragt sind insbesondere Personen mit Berufsausbildung. So beabsichtigen 76 Prozent aller suchenden Unternehmen, Fachkräfte mit ausländischer Berufsausbildung anzuwerben. Lediglich jede zweite Firma sucht im Ausland nach Akademikern.

Obwohl kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vergleichsweise viele Mitarbeiter mit einer Berufsausbildung beschäftigen, suchen sie deutlich seltener im Ausland nach Fachkräften als größere Unternehmen. Während immerhin 38 Prozent der Firmen mit 50 bis 249 Beschäftigten angeben, zumindest eventuell ausländische Fachkräfte rekrutieren zu wollen, sind es bei Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern lediglich 31 Prozent. Gerade einmal 4 Prozent dieser Klein­unternehmen wollen auf jeden Fall Fachkräfte aus dem Ausland anheuern.

Für diese Zurückhaltung gibt es viele Gründe. Zahlreiche KMU sehen aktuell keinen Bedarf an ausländischen Fachkräften. Zudem erscheinen vielen das Anwerben ausländischer Aspiranten als zu teuer, die rechtlichen Rahmenbedingungen als zu kompliziert. Tatsächlich können sich kleinere Unternehmen nur selten eine kostspielige spezialisierte Personalabteilung leisten. Deshalb mangelt es ihnen auch oft an Know-how oder an den entsprechenden Kontaktpersonen.

In solchen Fällen kann das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung helfen, das für kleine und mittlere Firmen ein umfangreiches Informationsangebot bereithält: Das Spektrum reicht von Tipps zur Aus­bildung europäischer Jugendlicher bis zur Gewinnung internationaler Studenten. Damit sich die neuen Fachkräfte auch in ihrer neuen Umgebung wohlfühlen, zeigt das Kompetenzzentrum zudem Wege auf, wie die Unternehmen ihre Willkommenskultur verbessern können.

Weitere Informationen unter: kompetenzzentrum-fachkraeftesicherung.de

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