IW-Verbandsumfrage 2013 Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Zuversicht überwiegt

Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahreswechsel nicht gerade in Sektlaune. Dennoch erwarten viele Verbände, dass sich die Geschäfte ihrer Mitgliedsunternehmen im neuen Jahr eher positiv entwickeln.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahreswechsel nicht gerade in Sektlaune - dennoch erwarten viele Verbände eine positive Entwicklung im neuen Jahr.
  • Zum ersten Mal seit Beginn der globalen Finanzkrise 2008/2009 berichtet kein einziger Wirtschaftsverband von einer Verbesserung der Stimmungslage.
  • Die Mehrzahl der vom IW Köln befragten Verbände rechnet damit, dass ihre Firmen 2013 ebenso viel investieren wie im abgelaufenen Jahr.
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Im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise ist keine schnelle und überzeugende Lösung in Sicht. Deshalb sind auch in Deutschland viele Unternehmen zunehmend verunsichert, wie aus der diesjährigen Verbands­umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht. So gibt die Hälfte der befragten Verbände an, dass die Stimmung in ihren Mitgliedsfirmen derzeit schlechter ist als zum Jahreswechsel 2011/2012 (Grafik). Hinzu kommt:

Zum ersten Mal seit Beginn der globalen Finanzkrise 2008/2009 berichtet kein einziger Wirtschaftsverband von einer Verbesserung der Stimmungslage.

Das bedeutet aber nicht, dass die Wirtschaft beim Blick auf 2013 mehrheitlich den Daumen senkt. Nur 11 von 46 Verbänden erwarten schlechtere Geschäfte als 2012. Immerhin 20 Verbände gehen davon aus, dass ihre Unternehmen die Produktion bzw. den Umsatz leicht steigern können. Der gebremste Optimismus spiegelt sich auch in den Investitionsplänen wider:

Die Mehrzahl der vom IW Köln befragten Verbände rechnet damit, dass ihre Firmen 2013 ebenso viel investieren wie im abgelaufenen Jahr.

Dass die Euro-Schuldenkrise allerdings mehr ist als nur ein kurzzeitiger Stimmungskiller, zeigt sich vor allem bei der Beschäftigung. Zwar geben 29 von 46 Wirtschaftsverbänden an, dass sich die Zahl der Mitarbeiter in den Betrieben im neuen Jahr voraussichtlich nicht ändern wird. Doch immerhin 11 Verbände befürchten einen Personalabbau.

Die Perspektiven einiger wichtiger Wirtschaftsbereiche im Einzelnen:

  1. Chemische und pharmazeutische Industrie. Beide Branchen rechnen mit einem leichten Umsatz- bzw. Produktionsplus – auch wenn der Aufwärtstrend in der Chemie wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte einsetzt.
  2. Maschinenbau. Weil einige Absatzmärkte nicht mehr so kräftig wachsen, muss die Branche einen Gang zurückschalten. Dennoch dürften die Impulse vor allem aus dem außereuropäischen Ausland immer noch stark genug sein, um die Produktion von Maschinen und Anlagen 2013 leicht steigen zu lassen. Bei den Investitionen geht es ebenfalls weiter aufwärts, sodass die Firmen ihre Belegschaften konstant halten können.
  3. Bauwirtschaft. Die Verbände berichten von einer stabilen Stimmung in den Unternehmen und rechnen für 2013 mit einer erneuten Produktionszunahme. Vor allem im Wohnungsbau werden die Umsätze voraussichtlich zulegen.
  4. Finanzsektor. Von den sechs Verbänden dieser Sparte erwarten drei – Banken, Sparkassen und Volksbanken – wegen der krisengetrübten Konjunktur schlechtere Geschäfte. Die Mehrzahl der Finanzverbände geht zudem von einem Rückgang der Mitarbeiterzahlen aus.

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