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Zurück in die Stadt

Seit einigen Jahren steigen in den deutschen Metropolregionen die Einwohnerzahlen. Der Run auf die Großstädte und ihr Umland stellt die Bundesrepublik vor große Herausforderungen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Seit einigen Jahren steigen in den deutschen Metropolregionen die Einwohnerzahlen.
  • Bis 2030 dürften in den 14 deutschen Großstädten mit mindestens einer halben Million Einwohner 19 Prozent aller Bundesbürger leben, bisher sind es 16 Prozent.
  • Städte und Gemeinden abseits der Metropolen sind zum einen kein Magnet für Zuwanderer und zum anderen selbst von Abwanderung betroffen.
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Immer mehr Menschen aus Ost- und Südeuropa ziehen nach Deutsch­land. Da sie zumeist die städtischen Arbeitsmärkte ansteuern, wird die Bevölkerung in und um die Metropolen herum weiter wachsen. Im Jahr 2012 kamen unterm Strich – Zuwanderer minus Abwanderer – rund 370.000 Menschen nach Deutschland; 2013 betrug die Netto­zuwanderung schätzungsweise mindestens 400.000. Auch innerhalb der Bundesrepublik zieht eine steigende Zahl an Menschen in die Großstädte, zum Studium zum Beispiel.

Selbst in Ostdeutschland, das seit dem Fall der Mauer vor 25 Jahren fast 2 Millionen Einwohner verloren hat, wachsen die Großstädte. Vor allem Dresden und Leipzig legen stark zu und könnten bis 2030 ihre Bevölkerung um mehr als ein Fünftel auf jeweils gut 600.000 steigern.

Die Rheinschiene mit Düsseldorf, Köln und Bonn wächst zwar mit einem Plus von circa 6 Prozent bis 2030 ebenfalls – allerdings nicht ganz so dynamisch wie München, Berlin und Frankfurt (Grafik).

Bis 2030 dürften in den 14 deutschen Großstädten mit mindestens einer halben Million Einwohner 19 Prozent aller Bundesbürger leben, bisher sind es 16 Prozent.

In den Metropolregionen Berlin, München, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt und Köln-Bonn-Düsseldorf steigen die Einwohnerzahlen um mehr als 2 Millionen. Einschließlich des Ruhrgebiets leben dann gut 30 Prozent der Bevölkerung in großstädtischen Verdichtungsräumen.

Dabei ist das Ruhrgebiet ein negativer Ausreißer: Weil Städte wie Essen und Dortmund schrumpfen, könnte der Pott bis 2030 fast 7 Prozent seiner Einwohner verlieren. Bremen kann bestenfalls mit Stagnation rechnen.

Und auch in vielen Landesteilen wird sich der Bevölkerungsrückgang beschleunigen. Städte und Gemeinden abseits der Metropolen sind zum einen kein Magnet für Zuwanderer und zum anderen selbst von Abwanderung betroffen. Weil vor allem junge Menschen gehen, fehlen aber auch potenzielle Eltern – und die Lücke zwischen Geburten und Sterbefällen wächst. Auf dem Land wird es deshalb vielerorts Abriss- und Rückbauprogramme geben, in den boomenden Städten dagegen müssen laufend neue Wohnungen und Infrastrukturen geschaffen werden.

Klaus-Heiner RöhlKonzentrations- und Schrumpfungsprozesse in deutschen Regionen und Großstädten bis 2030IW-Trends 4/2013

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