Materialeffizienz Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Zum Wegwerfen zu schade

Anders als die Verbraucher und die Politik beschäftigt sich die Wirtschaft recht intensiv mit dem Thema Materialeffizienz. Eine Studie des IW Köln zeigt, welche Methoden die Betriebe in puncto Materialeinsparung bereits umsetzen – und woran manche nach wie vor scheitern.

Kernaussagen in Kürze:
  • Anders als die Verbraucher und die Politik beschäftigt sich die Wirtschaft recht intensiv mit dem Thema Materialeffizienz.
  • Gründe, Material sparsam einzusetzen, gibt es genug: erstens die Verringerung der Materialkosten, zweitens die Wettbewerbsvorteile, die durch einen effizienteren Einsatz entstehen, und drittens der Schutz der Umwelt.
  • Nicht selten scheitern Effizienzbemühungen an den finanziellen Möglichkeiten – schließlich kann sich nicht jeder Betrieb ohne weiteres eine sparsamere Anlage oder präzisere Maschine zulegen.
Zur detaillierten Fassung

Gründe, Material sparsam einzusetzen, gibt es genug: erstens die Verringerung der Materialkosten, zweitens die Wettbewerbsvorteile, die durch einen effizienteren Einsatz entstehen, und drittens der Schutz der Umwelt.

Im Produzierenden Gewerbe sind Vermeidung von Verschnitt und Ausschuss die am weitesten verbreiteten Methoden der Materialeffizienz.

Mehr als jedes zweite Unternehmen verfolgt diese Ansätze stark, weitere Betriebe zumindest manchmal. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt geförderte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), für die knapp 1.800 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen befragt wurden.

Ebenfalls recht häufig praktizieren die Industrieunternehmen eine materialschonende Lagerhaltung, eine hohe Auslastung der Maschinen sowie die Wiederverwertung von Material (Grafik). Gießereien beispielsweise verwenden für ihre Arbeit Sandformen – und dieser Sand kann, nachdem er gereinigt wurde, wiederverwendet werden. Solche Methoden der internen Kreislaufführung sind immerhin in jedem dritten Industriebetrieb verbreitet.

Wie das Produzierende Gewerbe versuchen auch die Dienstleistungsfirmen, ihre Materialeffizienz zu erhöhen. Allerdings sind für sie viele Möglichkeiten schlichtweg nicht relevant, da sie viel weniger Material verarbeiten und nicht so viele Maschinen betreiben. Lediglich bei Büromaterialien sind die Service­unternehmen noch mehr als die produzierenden Betriebe darum bemüht, Einsparungen zu erzielen.

Um Material effizienter zu nutzen, ist es hilfreich, den Materialverbrauch zu messen und zu kontrollieren. Wer das tut, kann anschließend wesentlich einfacher die Verwendung optimieren. Zu den organisatorischen Rahmenbedingungen, die helfen, Einsparpotenziale zu erkennen, zählen betriebliche Einrichtungen – angefangen beim Vorschlagswesen bis hin zu Umwelt­managementsystemen.

Nicht selten scheitern Effizienz­bemühungen an den finanziellen Möglichkeiten – schließlich kann sich nicht jeder Betrieb ohne weiteres eine sparsamere Anlage oder präzisere Maschine zulegen. Manchmal mangelt es den Unternehmen aber auch nur an Informationen zur Verbesserung der Materialeffizienz. Das ist ökonomisch und ökologisch folgenschwer, denn auch dies zeigt die IW-Studie: Gut informierte Unternehmen setzen sich mehr für die Optimierung ihres Materialeinsatzes ein als weniger gut informierte.

Hendrik BiebelerSteigerung der Materialeffizienz in Unternehmen – Bedingungen, Aktivitäten, Hemmnisse und ihre ÜberwindungIW-Analysen Nr. 98, Köln 2014, 88 Seiten, 18,90 EuroVersandkostenfreie Bestellung unter: iwmedien.de/bookshop

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