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Zuhause arbeiten ist noch längst nicht Alltag

Viele Arbeitnehmer würden gerne von zu Hause aus arbeiten, doch die Mehrheit der Unternehmen erwartet, dass Mitarbeiter in der Firma präsent sind. Immerhin ermöglicht jeder dritte Betrieb Homeoffice.

Kernaussagen in Kürze:
  • Jeder dritte Betrieb in Deutschland ermöglicht Homeoffice.
  • Die Homeofficer profitieren von einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und höherer Effizienz.
  • Nachteilig ist, dass der Kontakt zu den Kollegen schlechter sein kann und Vorgesetzte die Leistung der Mitarbeiter im Homeoffice nicht angemessen wahrnehmen.
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Manchmal gibt es sie, Artikel, die unter idealtypischen Bedingungen entstehen: Ein Text über das Homeoffice tippt sich des Morgens am heimischen Schreibtisch fast von allein – schließlich entfällt die stressige Anfahrt ins Büro, man wird weder vom Chef noch von Kollegen unterbrochen, stattdessen sirrt im Hintergrund höchstens die Spülmaschine.

Tatsächlich bringt die Möglichkeit des Homeoffices aus Sicht der Beschäftigten viele Vorteile mit sich, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in einer Studie über das mobile Arbeiten herausgefunden hat:

„Homeofficer“ sind effizienter und zufriedener

Weniger Fahrzeit, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, sowie die Möglichkeiten, manche Tätigkeiten effizienter erledigen zu können und eine höhere Wochenarbeitszeit zu erzielen - dies sind in absteigender Reihenfolge die positiven Begleiterscheinungen, die Angestellte nennen, die zumindest teilweise während ihrer regulären Arbeitszeit von zu Hause aus arbeiten. Außerdem haben „Homeofficer“ im Vergleich zu Angestellten, die nie von zu Hause aus arbeiten, eine höhere Arbeitszufriedenheit und sie fühlen sich mit ihrem Betrieb enger verbunden.

Ein Drittel der Unternehmen ermöglicht ihren Beschäftigten, von zu Hause aus zu arbeiten - von den Großbetrieben sogar jedes zweite.

Doch es gibt auch Nachteile. Die Hälfte der Beschäftigten, die Homeoffice machen, beklagt, dass dadurch die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt. Ein Fünftel findet, dass aufgrund von Homeoffice der Kontakt mit Kollegen schlechter sei und einige wenige – nämlich 4 Prozent - beklagen, dass Vorgesetzte ihre Leistung nicht angemessen wahrnehmen.

Insgesamt dürften die Vorteile des Homeoffice die Nachteile wohl überwiegen, denn der Wunsch nach dieser Arbeitsform ist nach wie vor groß:

Fast 40 Prozent der Angestellten, die bislang noch nicht von zu Hause aus arbeiten, würden dies gerne tun – 31 Prozent gelegentlich, 8 Prozent regelmäßig.

Das Bundesarbeitsministerium hat auch untersucht, in wie vielen Betrieben in Deutschland Homeoffice überhaupt angeboten wird:

Ein knappes Drittel der Unternehmen bietet Beschäftigten die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten; von den Großbetrieben ist immerhin jeder zweite dabei.

Darüber hinaus haben Angestellte deutlich häufiger Möglichkeiten, im Homeoffice zu arbeiten als Arbeiter. Auch wer einem Beruf mit hoher Qualifikation, hohem Zeitdruck und hoher Autonomie nachgeht, arbeitet eher räumlich flexibel.

Für die Verbreitung von Homeoffice spielt zudem die Branche eine Rolle:

Im Dienstleistungsgewerbe haben 64 Prozent der Führungskräfte und 20 Prozent der Beschäftigten die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Im verarbeitenden Gewerbe liegen die Zahlen mit 41 und 15 Prozent deutlich darunter.

Etwas grundsätzlich zu ermöglichen, heißt allerdings noch lange nicht, dass es auch praktiziert wird. Dieser kleine, aber feine Unterschied existiert auch in den meisten Unternehmen - sie mögen zwar Homeoffice anbieten, allerdings ist diese Arbeitsform noch nichts für den Alltag:

Von den Betrieben ohne Betriebsrat, die überhaupt Homeoffice anbieten, ermöglichen dies lediglich 7 Prozent einmal wöchentlich - 34 Prozent einmal monatlich. In 60 Prozent dieser Betriebe ist das Arbeiten von zu Hause aus nur unregelmäßig durchführbar. In Betrieben mit Betriebsrat, die Homeoffice offerieren, beträgt die Quote derjenigen, die Homeoffice einmal in der Woche ermöglichen, immerhin 17 Prozent.

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