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Zögerliche Tüftlerinnen

Seit Jahren sind Ingenieure knapp. Vor allem Frauen entscheiden sich noch zu selten für eine Ingenieurkarriere – trotz zahlreicher Programme zur Förderung des weiblichen Nachwuchses.

Kernaussagen in Kürze:
  • Seit Jahren sind Ingenieure knapp - vor allem Frauen entscheiden sich noch zu selten für eine Ingenieurkarriere.
  • Die Zahl der erwerbstätigen weiblichen Ingenieure in Deutschland ist zwischen den Jahren 2005 und 2010 um mehr als 30 Prozent auf 267.000 gestiegen.
  • In Deutschland macht nur jede zwanzigste Studentin einen Bachelor oder Master in Ingenieurwissenschaften, bei den männlichen Absolventen sind es ein Viertel.
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Eine sichere Arbeitsmarktlage und überdurchschnittlich gute Gehaltsperspektiven sind nur zwei Gründe, warum es sich lohnt, Ingenieur zu werden. Doch obwohl die Zukunftsaussichten in diesem Bereich besonders rosig sind, ergreifen immer noch zu wenige junge Leute den Beruf. Dadurch ist in den vergangenen Jahren eine Fachkräfte­lücke entstanden. So stehen aktuell 25.700 arbeitslose Ingenieure 70.000 offenen Stellen gegenüber.

Da außerdem immer noch zu wenige Frauen eine Ingenieurkarriere einschlagen, gibt es bundesweit inzwischen rund 260 Initiativen zur Förderung des weiblichen Nachwuchses in technischen Fachrichtungen. Auf den ersten Blick mit Erfolg:

Die Zahl der erwerbstätigen männlichen Ingenieure in Deutschland ist zwischen den Jahren 2005 und 2010 um 13 Prozent auf gut 1,3 Millionen gestiegen, die der weiblichen Ingenieure sogar um mehr als 30 Prozent auf 267.000.

Der starke Zuwachs an weiblichen Ingenieuren ist jedoch zu einem guten Teil auf das niedrige Ausgangsniveau zurückzuführen. Denn hierzulande ist lediglich jeder sechste Ingenieur eine Frau.

Alles in allem entscheiden sich bislang also zu wenige Frauen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium. Während in Deutschland inzwischen fächerübergreifend mehr als die Hälfte aller Studienabschlüsse von Frauen erworben werden, waren es in den Ingenieurwissenschaften in den vergangenen fünf Jahren konstant 22 Prozent.

Um mehr junge Leute für die Ingenieurwissenschaften zu begeis­tern, müssen bereits in Kindergarten und Grundschule technisch-naturwissenschaftliche Phänomene und Inhalte intensiver als bislang vermittelt werden.

Die Bundesrepublik steht mit dieser Herausforderung jedoch nicht allein da, denn in keinem einzigen hier betrachteten Land ist der Absolventenanteil weiblicher Ingenieure an allen weiblichen Absolventen zweistellig (Grafik):

In Deutschland macht nur jede zwanzigste Studentin einen Bachelor oder Master in Ingenieurwissenschaften, bei den männlichen Absolventen beträgt der entsprechende Anteil immerhin ein Viertel.

Schlusslicht im Vergleich sind die USA: Hier fällt nur rund jeder vierzigste Studienabschluss von Frauen in den Bereich der Ingenieurwissenschaften.

Einen ersten Lichtblick liefern die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts. Obwohl sich im Studienjahr 2012 knapp 9 Prozent weniger Studienanfänger für ein Studium der Ingenieurwissenschaften eingeschrieben haben als noch im Vorjahr, ist die Zahl der entsprechenden Studienanfängerinnen um knapp 3 Prozent gestiegen.

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