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Zielgruppe Studienabbrecher

Einst geschmäht, mittlerweile sehr begehrt: Studienabbrecher gelten aufgrund ihrer Qualifikationen und Motivation in vielen Betrieben als Idealbesetzung.

Kernaussagen in Kürze:
  • Einst geschmäht, mittlerweile sehr begehrt: Studienabbrecher gelten aufgrund ihrer Qualifikationen und Motivation in vielen Betrieben als Idealbesetzung.
  • Gut 50 Prozent der kleinen Unternehmen, die Abbrecher beschäftigen, tun dies, weil sie so ihren Fachkräftebedarf zum Teil abdecken können; bei den mittleren Unternehmen sind es sogar mehr als 60 Prozent.
  • Besonders hoch ist die Abbrecherquote unter den Studenten der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
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Jährlich brechen etwa 55.000 Hochschüler in Deutschland ihr Studium ab. Besonders hoch ist die Abbrecherquote unter den Studenten der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik: Fast die Hälfte hält nicht bis zum angepeilten Abschluss durch.

Was dramatisch klingt und für den Einzelnen eine bittere Erfahrung sein mag, entpuppt sich in der Arbeitswelt als halb so wild. Denn viele Unternehmen haben erkannt, dass Studienabbrecher ein attraktives Fachkräftepotenzial bilden. Zum einen gelten sie als leistungsstark, immerhin haben sie das Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss. Zum anderen haben sie während des Studiums oft schon Kenntnisse und Fähigkeiten erworben, die sie direkt im Betrieb einsetzen können. Solche Qualitäten werden angesichts des Fachkräftemangels hoch geschätzt. Viele Firmen setzen daher bewusst auf Studienabbrecher (Grafik):

Gut 50 Prozent der kleinen Unternehmen, die Abbrecher beschäftigen, tun dies, weil sie so ihren Fachkräftebedarf zum Teil abdecken können; bei den mittleren Unternehmen sind es sogar mehr als 60 Prozent.

Viele Betriebe schätzen überdies die Firmentreue, die viele Studienabbrecher auszeichnet: Knapp drei Viertel der mittleren Unternehmen, die Hochschulaussteiger unter Vertrag haben, gehen davon aus, dass sie diese langfristig binden können.

Während fast jedes dritte Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten bereits Studienabbrecher beschäftigt, tun dies von den kleinen Betrieben gerade einmal 4 Prozent. Bei den mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern beträgt die Quote immerhin 20 Prozent.

Wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen das Potenzial von Studienabbrechern für sich nutzen können, erläutert das vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung.

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