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Ziel fast erreicht

Die öffentlichen Haushalte sowie Unternehmen und private Haushalte geben immer mehr Geld für Bildung und Forschung aus. Trotzdem besteht insbesondere bei der Kinderbetreuung und den Investitionen in Forschung und Entwicklung Handlungsbedarf.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die öffentlichen Haushalte sowie Unternehmen und private Haushalte geben immer mehr Geld für Bildung und Forschung aus.
  • Im Jahr 2010 wurden 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildungsausgaben aufgewendet.
  • Insbesondere muss die Förderung von Schülern aus bildungsfernen Familien weiter vorangetrieben werden.
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Bund und Länder haben auf dem Bildungsgipfel im Oktober 2008 ein Ziel festgelegt: Bis zum Jahr 2015 wollen sie die öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung und Forschung auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen. Dann sollen 7 Prozent des BIP für Bildung und 3 Prozent für Forschung und Entwicklung (FuE) ausgegeben werden.

Der Weg bis dahin ist nicht mehr weit, denn schon im Jahr 2010 lagen die Ausgaben für Bildung und Forschung bei knapp 235 Milliarden Euro – das entspricht einem Anteil von 9,5 Prozent des BIP. Seit dem Bildungsgipfel sind allein die Bildungsausgaben kontinuierlich gestiegen – von 154 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf gut 172 Milliarden Euro 2010 (Grafik). Zurückzuführen ist dieser Anstieg vor allem auf das Zukunftsinvestitionsgesetz, den Ausbau der Kinderbetreuung, den Hochschulpakt und die Exzellenz­initiative.

In puncto Bildungsausgaben ist das vorgegebene Ziel schon erreicht:

Im Jahr 2010 wurden 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildungsausgaben aufgewendet.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Bildungsausgaben in der deutschen Statistik sogar untererfasst werden. Zukünftige Kosten für Pensionen und Beihilfen für derzeit noch tätige Lehrer und Professoren werden beispielsweise nicht in vollem Umfang ausgewiesen. Außerdem fehlen die Kosten für die Nutzung der Gebäude. Die tatsächlichen Bildungsausgaben betragen somit mehr als 7 Prozent des BIP.

Trotz der zusätzlichen Mittel bleibt Handlungsbedarf. Denn das viele Geld wird häufig nicht an den richtigen Stellen eingesetzt. Das zeigen auch die Ergebnisse des Grundschul-Ländervergleichs. Die Studie belegt unter anderem, dass die Kompetenzen der Schüler umso geringer ausfallen, je niedriger der soziale Status der Eltern ist.

Daher muss insbesondere die Förderung von Schülern aus bildungsfernen Familien weiter vorangetrieben werden. Dazu sollten die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren verbessert sowie noch mehr Ganztagsschulen geschaffen werden. So können zum einen die Eltern ganztägig arbeiten gehen und zum anderen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Kind, ein Gymnasium zu besuchen.

Unabhängig davon muss in Sachen Forschung und Entwicklung bis 2015 nachjustiert werden:

Im Jahr 2010 lagen die FuE-Ausgaben bei 2,8 Prozent des BIP. Das für 2015 verkündete Ziel von 3 Prozent wurde somit knapp verfehlt.

Um die Ausgaben zu erhöhen, wäre die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung eine Möglichkeit – zum Beispiel in Form einer Steuergutschrift. Diese staatliche Förderung richtet sich an alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Branche. Studien zeigen, dass die Unternehmen dadurch einen höheren Anreiz haben, in Wissen und Know-how zu investieren. Ein Unternehmen investiert erfahrungsgemäß knapp 1 Euro zusätzlich, wenn der Staat auch 1 Euro beisteuert.

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