Ökobanken Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Zaster ohne Laster

Viele Menschen wollen Bioprodukte nicht nur konsumieren, sondern auch in Bio investieren. Diese Nische bedienen Öko- und Ethikbanken. Statt hoher Zinsen bieten sie Investments in nachhaltige Unternehmen – und haben damit Erfolg.

Kernaussagen in Kürze:
  • Viele Menschen wollen Bioprodukte nicht nur konsumieren, sondern auch in Bio investieren - diese Nische bedienen Öko- und Ethikbanken.
  • Zur GLS Bank kamen im Jahr 2012 rund 27.000 neue Sparer – ein Plus von 23 Prozent.
  • Der Natur-Aktien-Index (NAI) stieg seit Anfang 2009 um knapp 80 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

Vor fast 50 Jahren startete mit der katholischen Steyler Bank die erste deutsche Bank mit einem ethischen Schwerpunkt. Neben dieser Mis­sionsbank gibt es in Deutschland noch weitere Banken mit ökologisch-ethischer Orientierung: die Umweltbank, die Ethikbank, die Triodos Bank sowie die GLS Bank.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Produktpalette kaum von jener der klassischen Finanz­institute – neben Giro- und Tagesgeldkonten bieten die Ökobanken ihren Kunden auch das klassische Wertpapiergeschäft an. Zusätzlich gibt es aber Förderprogramme für ökologischen Neubau oder energetische Sanierung. Die alternativen Geldhäuser haben außerdem eine andere Produktauswahl, denn häufig werden z.B. Beteiligungen an Rüstungsunternehmen ausgeschlossen.

Durch das zunehmende Umweltbewusstsein konnten die Ökobanken stetig wachsen – bei Triodos haben sich die Einlagen in Deutschland seit 2007 verdoppelt.

In jüngster Zeit haben die Finanzkrise und das verlorene Vertrauen in den Finanzsektor den Ethikbanken weitere Kunden beschert:

Zur GLS Bank kamen im Jahr 2012 rund 27.000 neue Sparer – ein Plus von 23 Prozent.

Zwar besetzen die grünen Institute mit derzeit 226.000 Kunden und rund 3,5 Milliarden Euro Einlagen bislang eine Nische, allerdings können sich die Kunden über steigende Renditen freuen. So kletterte der Natur-Aktien-Index (NAI) seit Anfang 2009 um knapp 80 Prozent nach oben. Dieser beinhaltet 30 internationale Unternehmen, die mit ihrer ökologischen Strategie erfolgreich sind. Im selben Zeitraum hat der Kursindex des DAX – also der Index, bei dem keine Dividenden berücksichtigt werden – lediglich um gut 55 Prozent zugelegt (Grafik).

Die Ökobanken haben aktuell in puncto Nachhaltigkeit die Nase vorn. Doch längst sind auch klassische Institute auf den grünen Zug aufgesprungen. Für nachhaltige Anlageprodukte könnte es zu einer ähnlichen Entwicklung wie bei Bio-Lebensmitteln kommen, die man mittlerweile in jedem Supermarkt findet.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de