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Wochenarbeitszeit in Europa

Eigentlich ist das Stundenpensum, das Arbeitnehmer pro Woche bewältigen müssen, in Europa in Tarifverträgen geregelt. Doch tatsächlich wird in fast allen EU-Ländern länger gearbeitet als tariflich vereinbart.

Kernaussagen in Kürze:
  • Eine Eurostat-Befragung von Angestellten in Europa zeigt: Mit mehr als 41 Stunden pro Woche arbeiten Vollzeitbeschäftigte im Vereinigten Königreich, in Zypern und in Österreich am meisten.
  • Das kleinste Wochenpensum haben die Dänen mit 37,8 und die Norweger mit 38,5 Stunden.
  • Die Differenz zwischen tariflicher und tatsächlicher Arbeitszeit ist in Großbritannien am größten: Sie beträgt jede Woche im Schnitt fünf Stunden.
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Nordeuropäer ackern bis zum Umfallen, während ihre Kollegen im Süden gerne lange die Beine hochlegen? Eine Eurostat-Befragung von Angestellten in Europa zeigt eher das Gegenteil (Grafik):

Die tatsächliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit war 2017 in Dänemark mit 37,8 Stunden und in Norwegen mit 38,5 Stunden am niedrigsten.

So viele Wochenstunden arbeiteten Angestellte in Europa im Jahr 2017 durchschnittlich

In Griechenland und Zypern arbeiten die Menschen dagegen im Schnitt mindestens 41 Stunden pro Woche, Überstunden jeweils mitgerechnet.

Den größten Arbeitseifer legen allerdings die Briten an den Tag – mit durchschnittlich 42,1 geleisteten Arbeitsstunden wöchentlich. Dabei müssten sie eigentlich gar nicht so lange ackern, denn das tarifliche Wochenpensum im Vereinigten Königreich beträgt lediglich 37 Stunden. Ein Grund für diese Diskrepanz ist die geringe Tarifbindung im Land.

Fast alle Arbeitnehmer in Europa arbeiten wöchentlich mehr, als die Tarifverträge durchschnittlich vorsehen – nur die Litauer nicht.

Tatsächlich verbringen fast alle Arbeitnehmer in Europa mehr Zeit im Job, als laut Tarifvertrag verlangt wird. Andersherum war es zuletzt nur in einem baltischen Land:

In Litauen lag die tarifliche Wochenarbeitszeit 2016 bei 40 Stunden – gearbeitet haben die Litauer in jenem Jahr durchschnittlich aber nur 39,7 Wochenstunden.

Ein Blick auf jene Länder, in denen regelmäßig länger gearbeitet wird, als die Tarifverträge vorsehen, zeigt die tatsächlichen Unterschiede in der Arbeitszeit: Dänemark und das Vereinigte Königreich hatten 2017 beide eine tarifliche Wochenarbeitszeit von 37 Stunden. Summiert man jedoch die zusätzlich geleistete Arbeit auf, kommen die Briten auf rund fünf Arbeitswochen mehr im Jahr als die Dänen.

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