Unternehmen Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Wo die Wirtschaft sich wohlfühlt

Wie attraktiv ein Wirtschaftsstandort ist, ist kein Zufall, sondern hat sehr viel mit dem Engagement der Kommunen zu tun. Am besten wissen und können das drei Städte aus Niedersachsen und Bayern, wie eine bundesweite Befragung der IW Consult ergab.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wie attraktiv ein Wirtschaftsstandort ist, ist kein Zufall, sondern hat sehr viel mit dem Engagement der Kommunen zu tun.
  • In Braunschweig bewerten mehr als 96 Prozent der befragten Firmen ihre Stadt als wirtschaftsfreundlich, in Oldenburg und Regensburg sind es nahezu 95 Prozent.
  • Einer der Erfolgsfaktoren von Braunschweig ist die vertrauensvolle Kommunikationskultur zwischen Wirtschaft und Verwaltung.
Zur detaillierten Fassung

Die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult hat 3.552 Unternehmen in 69 Großstädten gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem jeweiligen Standort sind. Die drei Sieger kommen aus Niedersachsen und Bayern (Grafik):

Wirtschaftsfreundliche Standorte

In Braunschweig bewerten mehr als 96 Prozent der befragten Firmen ihre Stadt als wirtschaftsfreundlich, in Oldenburg und Regensburg sind es nahezu 95 Prozent.

Damit bestätigen die Niedersachsen und Bayern die Ergebnisse der vergangenen Jahre. Gleichzeitig scheint diese Zufriedenheit auch eng mit einer hohen Wirtschaftsdynamik zusammenzuhängen, denn Braunschweig, Oldenburg und Regensburg zählten auch im Städteranking der IW Consult zu den Großstädten, die sich ökonomisch am besten ent­wickelt haben (vgl. iwd 49/2014).

Einer der Erfolgsfaktoren von Braunschweig ist die vertrauensvolle Kommunikationskultur zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Braunschweig bietet und pflegt einen direkten Zugang zu den Vertretern aus Politik und Verwaltung und einen offenen Dialog. Die Belange der Unternehmen stehen deshalb regelmäßig im Fokus, zum Beispiel in verwaltungsinternen Arbeitsgruppen oder im Wirtschaftskreis des Oberbürgermeisters. Als Schlüssel­ereignis dieser engen Beziehung gilt das Jahr 2007. Damals bauten Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft Barrieren ab und Verständnis für die Interessen des jeweils anderen auf – und erreichten so das gemeinsame Ziel: die Auszeichnung als „Stadt der Wissenschaft 2007“.

Oldenburg ist als Wirtschaftsstandort vor allem durch seine Hochschullandschaft attraktiv, die für ein großes Fachkräftepotenzial sorgt und deren praxisnahe Institute mit den Firmen zusammenarbeiten. Auch international hat sich die Stadt einen Namen gemacht – besonders durch die „Oldenburger 3D-Tage“ des Instituts für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik.

Die fünftplatzierte Stadt Wolfsburg fördert vor allem Start-ups und besticht durch eine außergewöhnlich hohe Zahl an Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Allerdings sind noch nicht alle deutschen Standorte so wirtschaftsfreundlich wie die Niedersachsen. Bei der Befragung haben viele Städte in Nordrhein-Westfalen schlecht abgeschnitten:

In Herne halten lediglich 44 Prozent der Unternehmen ihre Stadt für wirtschaftsfreundlich, in Hagen sind es 48 Prozent.

Grundsätzlich gibt es für Kommunen zwei Wege, ihre wirtschaftliche Attraktivität zu steigern. Sie können beispielsweise Bildungs- und Betreuungseinrichtungen an die Anforderungen vor Ort anpassen, Gewerbeflächen zur Verfügung stellen oder sich um ein leistungsfähiges Breitbandnetz kümmern – also die sogenannten harten Wirtschaftsfaktoren verbessern.

Die Befragung der IW Consult zeigt aber, dass auch die weichen Faktoren viel zur Zufriedenheit der Firmen beitragen. Dazu zählen unter anderem die Art und Weise, wie die Verwaltung mit den täglichen Sorgen und Wünschen der Bürger und Betriebe umgeht, sowie die Frage, ob die Steuern und Gebühren in einem angemessenen Verhältnis zu den kommunalen Leistungen stehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de