Frauen in Führungspositionen Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Wo Chefinnen das Zepter schwingen

In den Dax-Konzernen sind Frauen auf dem Chefsessel noch selten anzutreffen. In kleinen und mittleren Unternehmen hingegen sind weibliche Vorgesetzte längst selbstverständlich.

Kernaussagen in Kürze:
  • In den DAX-Konzernen sind Frauen auf dem Chefsessel noch selten anzutreffen.
  • In kleinen und mittleren Unternehmen sind weibliche Vorgesetzte längst selbstverständlich.
  • Oftmals sind Frauen in kleinen Unternehmen eher Geschäftsinhaber beziehungsweise müssen Frauen dort nicht so viele Hierarchiestufen überwinden.
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Dagmar Wirtz, Gründerin und Geschäftsführerin der Aachener 3win-Maschinenbau GmbH, ist ein gutes Beispiel für erfolgreiche Frauen in kleinen und mittleren Unternehmen: Ihr Betrieb wurde im Juni 2011 bereits zum zweiten Mal als einer der 100 innovativsten im deutschen Mittelstand ausgezeichnet.

In der Öffentlichkeit und in Talkshows wird seit Jahren über das Für und Wider der Frauenquote diskutiert. Und immer wieder kommt dabei die Rede auf den niedrigen Anteil von Frauen in den Führungspositionen der Dax-Unternehmen – er beträgt nur 14 Prozent. Der Mittelstand in Deutschland ist da schon längst weiter (Grafik):

In rund einem Drittel der 3,8 Millionen Betriebe, die höchstens 49 Beschäftigte haben, schwangen zuletzt Frauen das Zepter.

In der zweiten Führungsebene, zu der Geschäftsbereichs-, Verwaltungs- und Produktionsleiter zählen, betrug der Frauenanteil zuletzt sogar mehr als 39 Prozent.

Zwei Ursachen dafür, warum es im Mittelstand relativ viele Frauen in Führungspositionen gibt, dürften darin liegen, dass Kleinbetriebe öfter Frauen gehören als größere Firmen und dass Frauen generell viel häufiger in kleinen als in großen Betrieben arbeiten. Hinzu kommt, dass Frauen in kleinen und mittleren Betrieben nicht so viele Hierarchiestufen überwinden müssen, um eine Führungsposition zu erringen.

Laut einer Studie, die TNS Infratest im vergangenen Jahr im Auftrag der Commerzbank bei 4.000 Mittelständlern durchgeführt hat, sind die meisten Chefinnen im Gesundheits- und Sozialwesen anzutreffen und am seltensten in Chemie- und Pharmaunternehmen, Verkehrsbetrieben und Maschinenbauunternehmen. Frauen in Führungspositionen sind am häufigsten für das Personal, die Finanzen und das Controlling zuständig; der Vertrieb, die Produktion und der Einkauf sind dagegen nach wie vor eine Domäne der Männer.

Die Mehrheit der Unternehmen hat das Thema gleichwohl auf dem Schirm, wie das Personal-Panel des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Sommer 2011 ergab: Fast zwei Drittel aller Betriebe befassen sich immerhin grundsätzlich mit „Frauen in Führungspositionen“.

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