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Wirtschaftsethik ist gefragt

Führungs­kräfte und Studenten in Deutschland äußern vermehrt den Wunsch, Wirtschafts- und Unternehmensethik in die Manager-Ausbildung zu integrieren. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) leistet seinen Beitrag durch die neu gegründete „Institut der deutschen Wirtschaft Köln Akademie GmbH“ (IW Akadamie).

Kernaussagen in Kürze:
  • Führungskräfte und Studenten in Deutschland äußern vermehrt den Wunsch, Wirtschafts- und Unternehmensethik in die Manager-Ausbildung zu integrieren.
  • Die Finanz- und Wirtschaftskrise, Korruptionsaffären und Umweltskandale haben das Vertrauen in die Marktwirtschaft zuletzt untergraben.
  • Als Reaktion erstellten 26 der DAX-30-Unternehmen im vergangenen Jahr umfassende Nachhaltigkeitsreports.
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Das Ansehen von Firmen und Managern hat in den vergangenen Jahren vielfach gelitten. Nach einer Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2011 hielten nur noch 25 Prozent der Befragten den Beruf des Unternehmers für prestigeträchtig. Einer Studie von Edelman – der größten PR-Firma der Welt – aus dem Jahr 2012 zufolge schenken lediglich 34 Prozent der Bevölkerung Unternehmen noch Vertrauen und weniger als ein Fünftel hält Wirtschaftsführer für glaubwürdig.

Dass es sich dabei um subjektive Einschätzungen handelt, liegt auf der Hand. Trotzdem müssen Unternehmen reagieren, denn langfristig kommen sie ohne das Vertrauen der Bevölkerung nicht weiter. Die Marktwirtschaft funktioniert nur, wenn sich Anbieter und Kunden aufeinander verlassen können. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, Korruptionsaffären und Umweltskandale haben dieses Vertrauen zuletzt jedoch untergraben.

Eine Befragung der IW Consult aus dem Jahr 2011 ergab, dass sich Unternehmen unter anderem deshalb bürgerschaftlich engagieren und gesellschaftliche Verantwortung über ihr Kerngeschäft hinaus übernehmen (vgl. iwd 36/2012).

Gleichzeitig setzen die Firmen zunehmend auf Nachhaltigkeit – beispielsweise indem sie sparsamer mit Energie umgehen (vgl. iwd 44/2012).

So haben 26 der DAX-30-Unternehmen im vergangenen Jahr umfassende Nachhaltigkeitsreports erstellt.

Ein derartiges Engagement wird oft als „Greenwashing“ und reines Marketing-Tool diffamiert. Professionelles Ethik-Management muss deshalb in die Unternehmensstrategie eingebunden und von Unternehmern und Managern nach innen wie nach außen gelebt werden. Führungskräfte müssen daher für moralische Fragen sensibilisiert werden. Und es müssen ihnen geeignete Wege aufgezeigt werden, wie Zielkonflikte zwischen Gewinn und Gewissen gelöst werden können.

Das hat sich die neu gegründete „Institut der deutschen Wirtschaft Köln Akademie GmbH“ (IW Akademie) zur Aufgabe gemacht. Das IW Köln kooperiert dabei mit der Universität zu Köln, der Fachhochschule Köln und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Ab Februar 2013 bietet die IW Akademie Executive-Education-Seminare zur mitverantwortlichen Unternehmensführung an. Ab 2014 ist zudem ein berufsbegleitender Masterstudiengang für Verhaltensethik, -ökonomik und -psychologie geplant.

Das neue Angebot dürfte bei Studenten auf großes Interesse stoßen. So hat das studentische Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmens­ethik sneep 2009 in einer Online-Befragung von 3.400 Studenten in Deutschland ermittelt:

Zwei Drittel der Befragten fordern Wirtschaft und Ethik als verpflich­tenden Bestandteil der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung.

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt darüber hinaus, dass sich auch MBA-Studenten solche Angebote wünschen (Grafik).

Unternehmen sind ähnlicher Meinung und befürworten zu 90 Prozent ein Pflichtfach „Wirtschafts- und Unternehmensethik“, so eine weitere Unternehmensbefragung der IW Consult im Jahr 2011.

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