IW-Konjunkturumfrage Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Wirtschaft kommt nur langsam in die Gänge

Die deutsche Wirtschaft wächst im kommenden Jahr zwar, allerdings nur in bescheidenem Tempo. Der leichte Konjunkturaufschwung dürfte in erster Linie zwei Ursachen haben: die steigende Produktion und die anhaltend gute Beschäftigungslage.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die deutsche Wirtschaft wächst im kommenden Jahr zwar, allerdings nur in bescheidenem Tempo.
  • Das IW Köln nach wie vor davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2014 nur um rund 1½ Prozent zulegen wird.
  • Derzeit will annähernd ein Drittel der Firmen 2014 zusätzliches Geld für Maschinen und Anlagen in die Hand nehmen, den Rückwärtsgang wird ein Sechstel einlegen.
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Wäre die deutsche Wirtschaft ein Auto, dann führe dieses momentan zwar schneller als im vergangenen Jahr – das derzeitige Tempo wird allerdings nicht reichen, um im kommenden Jahr auf die Überholspur zu wechseln.

Das ist das zentrale Ergebnis der Herbst-Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), an der sich mehr als 3.300 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft beteiligt haben. Zwar empfinden 37 Prozent der Betriebe die aktuelle Lage besser als im Vorjahr, und auch die Produktionsperspektiven haben sich deutlich aufgehellt. Doch im Vergleich zu früheren Konjunkturaufschwüngen – ganz zu schweigen von wirtschaftlichen Boomphasen – fallen diese Fortschritte sehr verhalten aus.

Deshalb geht das IW Köln nach wie vor davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2014 nur um rund 1½ Prozent zulegen wird. Damit wird das hiesige Produktionspotenzial auch im kommenden Jahr noch nicht vollständig genutzt.

Die Ergebnisse der IW-Konjunkturumfrage im Einzelnen (Grafik):

  1. Produktion. Aktuell gehen rund 42 Prozent der Betriebe von einer Zunahme ihrer Produktion aus, nur 12 Prozent der Unternehmen rechnen für 2014 mit einer Abnahme. Mit einer gleichbleibenden Aktivität kalkulieren 46 Prozent der Betriebe, das sind in etwa genauso viele wie im Frühjahr.

Besonders optimistisch ist das Verarbeitende Gewerbe: 46 Prozent der Industrieunternehmen glauben, dass sie im kommenden Jahr mehr produzieren werden als in diesem Jahr. Unter den Herstellern von Investitionsgütern geht sogar mehr als die Hälfte der Betriebe von einem Produktionsplus aus.

  1. Exporte. Jene Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen ins Ausland verkaufen, schauen heute ein klein wenig zuversichtlicher in die Zukunft als im Frühjahr: Aktuell gehen 30 Prozent der Betriebe von steigenden Exporten aus, vor einem halben Jahr waren es erst 28 Prozent. Mit rückläufigen Ausfuhren rechnen knapp 12 Prozent der Unternehmen, das sind 3 Prozentpunkte weniger als in der Frühjahrsumfrage.
  1. Investitionen. Sie werden das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr nur in einem bescheidenden Maß begünstigen:

Derzeit will annähernd ein Drittel der Firmen 2014 zusätzliches Geld für Maschinen und Anlagen in die Hand nehmen, den Rückwärtsgang wird ein Sechstel einlegen.

Damit sind die Optimisten genauso stark vertreten wie im Frühjahr, lediglich der Anteil der Investitionsbremser ist seither um 6 Prozentpunkte geschrumpft.

  1. Beschäftigung. Der Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt auf Expansionskurs: Fast 28 Prozent der Betriebe planen Neueinstellungen im kommenden Jahr, knapp 16 Prozent rechnen mit einem Personalabbau. Gut die Hälfte der Firmen will ihre Beschäftigung immerhin konstant halten.

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