Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Immobilien Lesezeit 3 Min.

Wie Unternehmen bei der Wohnungssuche unterstützen

Gut ein Fünftel der Unternehmen in Deutschland unterstützt die Beschäftigten bei der Wohnungssuche, fast ein Zehntel stellt direkt Wohnraum bereit. Ob Mitarbeiter über den Betrieb an eine Wohnung kommen, hängt allerdings stark von der Branche ab.

Kernaussagen in Kürze:
  • Gut ein Fünftel der Unternehmen in Deutschland unterstützte im Jahr 2025 die Beschäftigten bei der Wohnungssuche, beispielsweise indem sie Makler beauftragten oder finanzielle Hilfen offerierten.
  • Fast ein Zehntel der Unternehmen stellte direkt Wohnraum bereit, entweder aus eigenem oder angemietetem Bestand oder durch den Ankauf von Belegrechten.
  • Jeweils 4 Prozent der inaktiven Unternehmen planen in den kommenden fünf Jahren, Beschäftigte bei der Wohnraumsuche zu unterstützen oder Wohnraum direkt bereitzustellen.
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Völlig überteuert, möbliert oder nur im Tausch zu bekommen: Wer aktuell eine bezahlbare Mietwohnung in einer wirtschaftsstarken Region, in Großstädten oder deren Umland sucht, hat es schwer. Seit Jahren wird zu wenig gebaut und der Erwerb von Wohneigentum übersteigt aufgrund der hohen Baukosten und gestiegenen Zinsen die finanziellen Spielräume vieler Haushalte.

Um bereits vorhandene Flächen effizient zu nutzen und auch um andere Investoren nicht zu verdrängen, sollten Unternehmen auf bestehenden Betriebsgrundstücken bauen, wenn sie Wohnungen für Mitarbeiter anbieten wollen.

Weil Unternehmen in Deutschland trotz des herausfordernden konjunkturellen Umfelds zahlreiche offene Stellen zu besetzen haben, springen sie mittlerweile häufiger selbst als Vermittler, Financier oder sogar als Vermieter in die Bresche. Ihr Kalkül: Wer nicht nur einen Job, sondern zugleich auch noch passenden Wohnraum zu bieten hat, verbessert seine Rekrutierungschancen. Damit hat sich der regionale Wohnungsmarkt – wie die Infrastruktur oder Betreuungsangebote – zu einem relevanten Standort- und Wettbewerbsfaktor zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften entwickelt. Wie intensiv die Unternehmen auf den Wohnungsmangel in Deutschland reagieren, zeigt eine aktuelle IW-Befragung (Grafik):

Annähernd 21 Prozent der befragten Unternehmen boten ihren Beschäftigten 2025 Unterstützung bei der Suche nach geeignetem Wohnraum an.

So viel Prozent der Unternehmen in diesen Branchen unterstützten im Jahr 2025 Beschäftigte so bei der Wohnraumsuche Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Knapp 9 Prozent der Betriebe stellten zuletzt Wohnraum direkt zur Verfügung – indem sie Belegrechte erwarben, Wohnungen selbst anmieteten oder eigenen Wohnraum offerierten.

Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass sich in puncto Wohnen gesellschaftsnahe Dienstleister am stärksten engagieren: Gut 27 Prozent dieser Unternehmen unterstützen Mitarbeiter bei der Wohnungssuche und 14 Prozent stellen Wohnraum bereit. Am wenigsten zu Hilfe kommen Logistikunternehmen sowie der Groß- und Einzelhandel, die sich nur zu gut 13 Prozent indirekt und zu knapp 6 Prozent direkt bei der Wohnungssuche einbringen.

Im Osten unterstützen mehr Unternehmen bei der Wohnraumsuche

Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. Grundsätzlich stellen im Osten mit 9 Prozent deutlich mehr Unternehmen direkt Wohnraum bereit als im Westen (4 Prozent). Noch höher ist die Unterstützung im Norden, wo 15 Prozent der Betriebe ihren Beschäftigten Wohnraum zur Verfügung stellen. Im Süden wiederum ist die indirekte Hilfe bei der Suche nach einer Bleibe mit 29 Prozent ausgesprochen groß.

Und was ist mit den Betrieben, die aktuell gar nichts unternehmen, damit ihre Beschäftigten eine bezahlbare Unterkunft finden? Deren Engagement dürfte nach eigener Einschätzung auch in Zukunft recht verhalten bleiben (Grafik):

Nur jeweils 4 Prozent der inaktiven Unternehmen planen in den kommenden fünf Jahren, Beschäftigte bei der Wohnraumsuche zu unterstützen oder Wohnraum direkt bereitzustellen.

So viel Prozent der Unternehmen in diesen Branchen planen, innerhalb der nächsten fünf Jahre Beschäftigte so bei der Wohnraumsuche zu unterstützen Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

In Ostdeutschland ist die Dynamik noch etwas geringer – hier planen jeweils nur 2 Prozent der bislang in Sachen Wohnungssuche nicht tätigen Firmen, künftig Wohnungen zu vermieten oder bei der Wohnraumsuche zu helfen.

Kleinere Unternehmen könnten mit Wohnungsunternehmen zusammenarbeiten

Zu einer Entspannung des Wohnungsmarktes würde das Mitarbeiterwohnen nur dann beitragen, wenn sich Unternehmen zum Wohnungsneubau entschlössen – und nicht zum Erwerb von bereits bestehendem Wohnraum. Um bereits vorhandene Flächen effizient zu nutzen und auch um andere Investoren nicht zu verdrängen, böte sich das Bauen auf bestehenden Betriebsgrundstücken an. Für kleine und mittlere Unternehmen sind solche Vorhaben allerdings kaum zu stemmen. Für sie sind Kooperationsmodelle geeignet, bei denen mehrere kleinere Arbeitgeber gemeinsam mit einem Wohnungsunternehmen Wohnraum für ihre Beschäftigten schaffen.

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