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Wie sich Absolventen gewinnen lassen

Deutschlands Unternehmen interessieren sich bei der Rekrutierung von Fachkräften zunehmend für ausländische Talente, die hierzulande einen Hochschulabschluss erworben haben. Doch vor allem kleine und mittlere Firmen tun sich schwer damit, Kontakt zu dieser Zielgruppe aufzubauen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Deutschlands Unternehmen interessieren sich bei der Rekrutierung von Fachkräften zunehmend für ausländische Talente, die hierzulande einen Hochschulabschluss erworben haben.
  • Neben Deutsch sprechen Ausländer die Sprache ihres Herkunftslands und bringen interkulturelle Kompetenz mit – Fähigkeiten, die in Zeiten der Globalisierung wichtig sind.
  • Viele Unternehmen, die Ausschau nach Studenten oder Absolventen ausländischer Herkunft halten, suchen sich auch direkt Ansprechpartner im universitären Umfeld.
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An den deutschen Hochschulen waren im Jahr 2011 mehr als 100.000 Studenten eingeschrieben, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben – die meis­ten von ihnen in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, gefolgt von den Ingenieurwissenschaften (Grafik). Im selben Jahr haben mehr als 38.000 junge Ausländer an einer deutschen Hochschule ihr Studium abgeschlossen. Dieser Personenkreis wird für Unternehmen immer attraktiver.

Das liegt nicht nur an Fachkräfteengpässen in Deutschland, sondern auch an den Qualifikationen, die ausländische Absolventen haben: Neben Deutsch sprechen sie die Sprache ihres Herkunftslands und bringen interkulturelle Kompetenz mit – Fähigkeiten, die in Zeiten der Globalisierung wichtig sind.

Doch es gibt ein Problem: Viele ausländische Absolventen kehren Deutschland nach dem Studium wieder den Rücken. Bei fast drei Viertel aller ausländischen Absolventen war das zwischen 2008 und 2009 der Fall. Ein Grund hierfür liegt darin, dass Ausländer hohe Hürden überwinden müssen, um auf den deutschen Arbeitsmarkt vorstoßen zu können.

Diese Vorschriften wurden inzwischen gelockert (Stichwort Blaue Karte, vgl. iwd 47/2012). Dennoch stellt sich vielen Verantwortlichen in Firmen die Frage, wie sie überhaupt in Kontakt zu ausländischen Studenten kommen. Dabei gibt es viele Wege:

Mit einem Aushang am Schwarzen Brett der jeweiligen Universität beispielsweise können Unternehmen der von ihr ins Auge gefassten Zielgruppe bereits während des Studiums Praktika oder Werkverträge anbieten.

Wenn die Zusammenarbeit gut läuft, dann ist eine Weiterbeschäftigung nach Abschluss des Studiums für beide Seiten ein Gewinn.

Viele Unternehmen, die Ausschau nach Studenten oder Absolventen ausländischer Herkunft halten, suchen sich auch direkt Ansprechpartner im universitären Umfeld. Dort haben sich viele Studenten mit ausländischem Pass zu Initiativen zusammengeschlossen. Diesen Initiativen können Firmen über eine Kontaktperson ihre Angebote wie z.B. offene Stellen zuleiten. Eine solche Scharnierrolle übernehmen häufig auch die sogenannten International Offices der jeweiligen Hochschule.

Hochschulmessen, Online-Jobbörsen oder soziale Netzwerke – auch über diese Wege können Firmen ausländische Studenten oder Absolventen rekrutieren. Wenn ein Unternehmen plant, auf einer Hochschulmesse präsent zu sein, sollten Mitarbeiter mit Migrationshintergrund am Stand nicht fehlen – sie sind ideale Kandidaten, um ausländische Talente anzusprechen.

Einmal im Unternehmen angekommen, sollten ausländische Studenten oder Absolventen gezielt unterstützt werden – zum Beispiel über einen Mentor.

Weitere Informationen über die Vorgehensweise bei der Rekrutierung ausländischer Studenten und Absolventen speziell für kleine und mittlere Unternehmen:www.kompetenzzentrum-fachkraeftesicherung.de

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