Werbewirtschaft: Die Sichtbar-Macher
Trotz der konjunkturellen Schwäche in Deutschland können die Werbetreibenden auf ein solides Jahr zurückblicken. Allerdings bereiten immer stärkere Einschränkungen und Regularien im Digitalbereich der Branche Sorgen. Auf EU-Ebene besteht dringender Handlungsbedarf.
- Im Jahr 2025 setzte die Werbebranche in Deutschland knapp 51 Milliarden Euro um. Die Netto-Werbeeinnahmen beliefen sich auf fast 28 Milliarden Euro.
- Wichtigste Stütze ist das Digitalgeschäft – mehr als die Hälfte der Netto-Einnahmen erzielte die Branche zuletzt in diesem Segment.
- Mit dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen „Digital Omnibus“ verfolgt die EU das Ziel, bestehende Regelungen im digitalen Raum zu vereinfachen. Aus Sicht der Werbewirtschaft droht die geplante Ausgestaltung jedoch das Gegenteil zu bewirken und die Marktposition großer Plattformen weiter zu stärken.
Ein Produkt zu entwickeln oder eine neue Dienstleistung anzubieten – schön und gut. Aber ohne die entsprechende Aufmerksamkeit wird es schwierig mit großen Umsätzen. Abhilfe schafft die Werbewirtschaft. Ob digital, in Printmedien, als Fernsehwerbung oder Plakatwand – die Branche setzt die Angebote von Unternehmen, Selbstständigen und Organisationen ins richtige Licht.
In Deutschland sind etwa 900.000 Menschen in der Werbewirtschaft beschäftigt. Damit bewegt sich die Branche in einer ähnlichen Größenordnung wie das Bauhauptgewerbe sowie die IT- und Telekommunikationsbranche. Und auch beim Umsatz können die Werbetreibenden gute Zahlen vorweisen (Grafik):
Im Jahr 2025 setzte die Werbebranche in Deutschland knapp 51 Milliarden Euro um. Die Netto-Werbeeinnahmen beliefen sich auf fast 28 Milliarden Euro.
Wichtigste Stütze ist das Digitalgeschäft – mehr als die Hälfte der Netto-Einnahmen erzielte die Branche zuletzt in diesem Segment. Das Geschäft im Internet wächst weiter stark, während andere Medien wie Print, Fernsehen, Radio und Kino Anteile verlieren.
Daraus leiten sich direkt die Herausforderungen für die Werbetreibenden in Deutschland ab: Zum einen dominieren einige wenige Konzerne wie Meta und Apple den wachsenden Digitalmarkt. Das kann den Wettbewerb und die freie Zugänglichkeit für kleinere Anbieter einschränken.
Zum anderen führen immer neue europäische Vorgaben im Digitalbereich zu wachsender Komplexität. Obwohl sie oftmals nachvollziehbare Ziele verfolgen, drohen sie in ihrer Gesamtheit den Wettbewerb und Innovationen zu beeinträchtigen.
Im Jahr 2025 setzte die Werbebranche in Deutschland knapp 51 Milliarden Euro um. Wichtigste Stütze ist das Digitalgeschäft.
Mit dem von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen „Digital Omnibus“ verfolgt die EU das Ziel, bestehende Regelungen im digitalen Raum zu vereinfachen und besser aufeinander abzustimmen. Aus Sicht der Werbewirtschaft droht die geplante Ausgestaltung jedoch das Gegenteil zu bewirken: Zusätzliche Einschränkungen für datenbasierte Werbung könnten den Wettbewerb zulasten des Open Web verschieben und die Marktposition großer Plattformen weiter stärken. Notwendig ist daher eine Regulierung, die ihre Ziele erreicht, ohne Innovationstätigkeit, Medienvielfalt und faire Wettbewerbsbedingungen zu gefährden.